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Pferde CAMPUS: Selen im Mineralfutter – zu wenig, passend oder schon zu viel?

Vorschaubild – Selen im Mineralfutter – Pferde CAMPUS von balance4animals
▶  Jetzt ansehenDer Klick öffnet das Video auf YouTube – vorher werden keine Daten geladen.

Deutschland gilt in der Fütterungslehre als Selenmangelgebiet – und gleichzeitig enthalten viele Mineralfutter im Markt bereits relativ hohe Selenmengen. Beides ist für sich richtig. Zusammen ergibt es aber einen scheinbaren Widerspruch, der viele Pferdehalter verunsichert: Muss ich zusätzlich Selen füttern – oder ist mein Pferd schon überversorgt? In diesem Video schauen wir uns an, warum die Zahl auf dem Etikett nicht die entscheidende ist, warum wir bei balance4animals bewusst Mineralfutter mit sehr unterschiedlichen Selengehalten führen und wie eine gezielte Blutuntersuchung dir helfen kann, Klarheit zu bekommen. Praxisnah und fachlich sauber – damit du weder aus Angst zu wenig fütterst, noch pauschal zu viel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Selen ist ein Spurenelement mit kleinem Bedarf – aber zwingend. Ein 500-kg-Pferd im Erhaltungsbedarf braucht rund 1,1 Milligramm Selen am Tag. Trotzdem gilt: nicht raten, sondern rechnen.
  • Heu und Weide decken den Bedarf im DACH-Raum typischerweise nicht. Eine bayerische Feldstudie fand als Bestwert 0,021 mg Selen pro Kilo Heu-Trockenmasse – das entspricht bei 8 bis 10 Kilo Heu nur 15 bis 19 Prozent des Tagesbedarfs.
  • Viele Mineralfutter liefern schon genug – manche sogar zu viel. Eine deutsche Marktuntersuchung 2020 zeigte: bei rund 67 Prozent der Mineralfutter deckte die empfohlene Tagesmenge den Bedarf eines 600-kg-Pferdes bereits ab oder überschritt ihn.
  • Entscheidend ist die Selenmenge pro Tagesration – nicht pro Kilo Mineralfutter. Konzentration mal tatsächliche Fütterungsmenge, addiert über alle Selenquellen (Mineralfutter, Kraftfutter, Leckmasse, separate Selenprodukte).
  • Der Praxis-Aha-Moment: direkter Selenwert plus GPx zusammen. Beim Tierarzt bzw. Therapeuten kannst du beide Werte anfordern – der direkte Selenwert zeigt die Menge, die Glutathion-Peroxidase (GPx) zeigt die Funktion. Beide zusammen ergeben ein aussagekräftiges Bild.

Hintergrund

Selen ist ein Spurenelement mit einem sehr kleinen, aber zwingenden Bedarf. Es wirkt nicht direkt, sondern als Bestandteil verschiedener Selenoproteine – darunter die Glutathion-Peroxidase (GPx), die zum antioxidativen Schutzsystem der Zelle gehört und eng mit Vitamin E zusammenarbeitet. Darum stehen Selen und Vitamin E auf vielen Mineralfutter-Etiketten gemeinsam. Warum bei uns so häufig über Selen gesprochen wird, hat einen praktischen Grund: Auf sauren, sandigen oder moorigen Böden können Pflanzen nur geringe Mengen Selen aufnehmen – und was nicht in der Pflanze steckt, landet später auch nicht im Heu. Deshalb gilt Deutschland in der Fütterungslehre als Selenmangelgebiet, und Heu wie Weide decken den Selenbedarf typischerweise nur zu einem Bruchteil.

Und trotzdem: Eine ausführliche deutsche Marktuntersuchung aus dem Jahr 2020 (Langner et al.) zeigte, dass bei rund 67 Prozent der untersuchten Pferde-Mineralfutter die maximal empfohlene Tagesmenge den Erhaltungsbedarf eines 600 Kilo schweren Pferdes bereits deckte oder sogar überschritt. Damit steht die eine Frage im Raum: Warum brauchen manche Pferde trotzdem noch zusätzlich Selen – und warum andere Pferde für ein Mineralfutter mit weniger oder ohne Selen besser aufgehoben sind? Die Antwort liegt in der Gesamtration: nicht die Zahl „Milligramm pro Kilo“ auf dem Etikett entscheidet, sondern Milligramm Selen pro Tagesration – Konzentration mal tatsächliche Fütterungsmenge, addiert über alle Selenquellen im Trog. Wenn diese Rechnung nicht reicht oder bei einer bewusst zurückhaltenden Fütterung Unsicherheit bleibt, kann eine gezielte Blutuntersuchung Klarheit bringen. Und da wird es interessant: nicht ein einzelner Selenwert, sondern der direkte Selenwert plus die Glutathion-Peroxidase (GPx) zusammen sind der Schlüssel. Genau darum geht es im heutigen Pferde CAMPUS.

Quellen & wissenschaftlicher Nachweis

Alle Zahlen und Aussagen aus diesem Video sind einzeln belegt. Das vollständige Quellenverzeichnis findest du hier: Quellenverzeichnis zum Video »

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Wenn du wissen möchtest, wie viel Selen dein Pferd über die gesamte Ration tatsächlich bekommt – und wie sich das mit anderen Mineralien und Spurenelementen im Trog verträgt – unterstützen wir dich bei der Rationsberechnung. Gemeinsam mit der ManeMap App wird der Fütterungs- und Gesundheitsverlauf deines Pferdes dauerhaft dokumentiert. Bei mehreren Pferden nur einmal bezahlen.
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Häufige Fragen

Wie viel Selen braucht mein Pferd pro Tag?

Ein erwachsenes Pferd mit rund 500 Kilogramm Körpergewicht im Erhaltungsbedarf braucht ungefähr 1,1 Milligramm Selen pro Tag. In besonderen Bedarfsphasen wie Trächtigkeit oder Laktation kann der Bedarf höher liegen. Diese Zahl stammt aus den Versorgungsempfehlungen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE 2014) und ist auch international konsistent. Wichtig ist der Maßstab: Milligramm pro Tag – nicht Gramm. Selen ist ein Spurenelement, und „mehr ist besser“ gilt bei Spurenelementen genauso wenig wie bei Medikamenten.

Deutschland ist Selenmangelgebiet – muss ich dann nicht viel Selen füttern?

Nicht automatisch. Die Aussage „Selenmangelgebiet“ bezieht sich auf die Böden und damit auf das Grundfutter – Heu und Weide liefern hier typischerweise nur einen Bruchteil des Bedarfs. Das erklärt, warum eine gezielte Ergänzung über das Futter meistens notwendig ist. Es bedeutet aber nicht, dass jedes Pferd zusätzlich zum Mineralfutter noch ein separates Selenprodukt braucht. Eine deutsche Marktuntersuchung 2020 zeigte, dass bei rund 67 Prozent der Mineralfutter die empfohlene Tagesmenge den Bedarf schon deckt oder überschreitet. Der selenarme Boden erklärt, warum wir supplementieren müssen – nicht, dass wir immer mehr brauchen.

Wie rechne ich aus, wie viel Selen mein Pferd über das Mineralfutter tatsächlich bekommt?

Die entscheidende Zahl steht nicht direkt auf dem Etikett. Auf dem Etikett steht meistens Milligramm Selen pro Kilo Mineralfutter. Was du wissen willst, ist Milligramm Selen pro Tagesration. Die Rechnung: Konzentration multipliziert mit der tatsächlichen Fütterungsmenge in Kilogramm. Beispiel: 10 mg pro Kilo mal 100 Gramm (0,1 kg) Fütterungsmenge ergibt 1 Milligramm Selen. Und das Ganze am besten über alle Selenquellen zusammen – also auch aus Kraftfutter, Leckmasse oder einem separaten Selenprodukt, falls vorhanden. Erst dann weißt du, wo dein Pferd wirklich steht.

Was ist der Unterschied zwischen dem direkten Selenwert und der Glutathion-Peroxidase (GPx)?

Der direkte Selenwert zeigt, wie viel Selen im untersuchten Blutkompartiment tatsächlich vorhanden ist. Vollblut-Selen bildet dabei die längerfristige Versorgung besser ab als Serum oder Plasma, weil Selen dort auch in den roten Blutkörperchen gebunden ist. Die Glutathion-Peroxidase (GPx) ist etwas anderes: ein funktioneller Marker. GPx zeigt nicht, wie viel Selen im Blut ist, sondern ob genug Selen für dieses selenabhängige Enzymsystem zur Verfügung stand. Beide Werte zusammen ergeben ein aussagekräftiges Bild: Menge plus Funktion. Wichtig: GPx allein reicht nicht, um eine Überversorgung auszuschließen – bei gesättigtem System steigt GPx nicht einfach weiter mit.

Was sage ich meiner Tierärztin oder meinem Therapeuten konkret?

Ein einfacher Satz, den du wortwörtlich nutzen kannst: „Ich möchte gerne den Selenstatus meines Pferdes genauer beurteilen lassen. Bitte bestimmen Sie den Selengehalt im Blut – möglichst im Vollblut, wenn das Labor das anbietet – und zusätzlich die Glutathion-Peroxidase, kurz GPx.“ Falls das Labor andere Proben oder Parameter verwendet, entscheidet natürlich deine Tierärztin oder dein Therapeut gemeinsam mit dem Labor. Wichtig ist der Gedanke dahinter: nicht nur der reine Selenwert, sondern zusätzlich ein funktioneller Marker.

Sollte ich das Mineralfutter vor einer Blutabnahme absetzen?

Das hängt vom gewählten Parameter ab. Bei Serum- oder Plasmawerten spielt die aktuelle Fütterung stärker hinein – hier kann eine kurze Pause vor der Abnahme sinnvoll sein, um kurzfristige Effekte der letzten Mineralfuttergabe auszublenden. Vollblut-Selen und GPx bilden dagegen eher die längerfristige Situation ab und reagieren weniger stark auf die letzte Mahlzeit. Eine feste Anzahl von Tagen als allgemeine Regel gibt es hier nicht – das stimmst du am besten gemeinsam mit deiner Tierärztin oder deinem Therapeuten ab, passend zur konkreten Fragestellung.

Warum führt balance4animals Mineralfutter mit ganz unterschiedlichen Selengehalten – auch selenfrei?

Das ist kein Widerspruch, sondern Absicht. Aus unserer Beratungspraxis kennen wir sehr unterschiedliche Ausgangslagen: Manche Pferde benötigen eine bedarfsdeckende Selenversorgung, andere sind mit einem niedrig dosierten oder ganz selenfreien Mineralfutter besser aufgehoben – zum Beispiel, wenn im Blutbild über längere Zeit hohe Selenwerte gemessen wurden oder über andere Futterkomponenten schon relevante Selenmengen aufgenommen werden. Unsere Philosophie: so viel wie nötig, aber nicht pauschal mehr. Gleichzeitig ist uns wichtig, dass aus der Sorge vor einer Überversorgung keine dauerhafte Unterversorgung entsteht. Beides ist nicht sinnvoll. Wenn Selen in einer sauber berechneten Ration fehlt, lässt es sich gezielt ergänzen. Ist im Mineralfutter von vornherein sehr viel enthalten, lässt sich dieses Selen dagegen nicht mehr aus der Ration herausnehmen.

Weitere Videos aus dem Pferde CAMPUS

Weitere Themen – von Omega-3 aus Algenöl über das Antioxidans-Team der Zellmembran bis zu Leberkräutern im Fellwechsel – findest du in unserem Pferde-CAMPUS-Blog. Jede Woche kommt ein neues Video dazu.

Verantwortung und Haftungshinweis: Wir bei balance4animals recherchieren und kontrollieren alle Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen. Die Aussagen in unseren Videos und begleitenden Dokumenten stützen sich auf peer-reviewte Studien, veterinärmedizinische Fachliteratur und anerkannte Referenzwerke. Trotz größter Sorgfalt können wir Vollständigkeit, Aktualität oder vollständige Fehlerfreiheit nicht garantieren.

Solltest du auf einen Fehler stoßen oder eine Ergänzung für sinnvoll halten, freuen wir uns über deinen Hinweis.

Alle Empfehlungen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine individuelle tierärztliche Beurteilung und keine individuelle Fütterungsberatung. Bei Verdacht auf einen klinisch relevanten Selenmangel oder eine Selenüberversorgung ist eine tierärztliche Abklärung einzuholen – Blutwerte gehören in den Zusammenhang der gesamten Ration und der klinischen Situation des Pferdes und sollten gemeinsam mit deiner Tierärztin oder deinem Therapeuten interpretiert werden.

Fragen zur Fütterung deines Pferdes beantworten wir gerne persönlich.

balance4animals – artgerechte Ernährung für Ihr Pferd.

Veröffentlicht am 20.09.2026 · Kategorie: Pferde CAMPUS · Tags: Selen, Mineralfutter, Spurenelemente, Blutbild, GPx, Rationsberechnung, Pferdefütterung, Pferdegesundheit

Pferde CAMPUS: Selen im Mineralfutter – zu wenig, passend oder schon zu viel? ▶  Jetzt ansehen Der Klick öffnet das Video auf YouTube – vorher werden keine Daten geladen.... mehr erfahren »
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Deutschland gilt in der Fütterungslehre als Selenmangelgebiet – und gleichzeitig enthalten viele Mineralfutter im Markt bereits relativ hohe Selenmengen. Beides ist für sich richtig. Zusammen ergibt es aber einen scheinbaren Widerspruch, der viele Pferdehalter verunsichert: Muss ich zusätzlich Selen füttern – oder ist mein Pferd schon überversorgt? In diesem Video schauen wir uns an, warum die Zahl auf dem Etikett nicht die entscheidende ist, warum wir bei balance4animals bewusst Mineralfutter mit sehr unterschiedlichen Selengehalten führen und wie eine gezielte Blutuntersuchung dir helfen kann, Klarheit zu bekommen. Praxisnah und fachlich sauber – damit du weder aus Angst zu wenig fütterst, noch pauschal zu viel.

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  • Selen ist ein Spurenelement mit kleinem Bedarf – aber zwingend. Ein 500-kg-Pferd im Erhaltungsbedarf braucht rund 1,1 Milligramm Selen am Tag. Trotzdem gilt: nicht raten, sondern rechnen.
  • Heu und Weide decken den Bedarf im DACH-Raum typischerweise nicht. Eine bayerische Feldstudie fand als Bestwert 0,021 mg Selen pro Kilo Heu-Trockenmasse – das entspricht bei 8 bis 10 Kilo Heu nur 15 bis 19 Prozent des Tagesbedarfs.
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Hintergrund

Selen ist ein Spurenelement mit einem sehr kleinen, aber zwingenden Bedarf. Es wirkt nicht direkt, sondern als Bestandteil verschiedener Selenoproteine – darunter die Glutathion-Peroxidase (GPx), die zum antioxidativen Schutzsystem der Zelle gehört und eng mit Vitamin E zusammenarbeitet. Darum stehen Selen und Vitamin E auf vielen Mineralfutter-Etiketten gemeinsam. Warum bei uns so häufig über Selen gesprochen wird, hat einen praktischen Grund: Auf sauren, sandigen oder moorigen Böden können Pflanzen nur geringe Mengen Selen aufnehmen – und was nicht in der Pflanze steckt, landet später auch nicht im Heu. Deshalb gilt Deutschland in der Fütterungslehre als Selenmangelgebiet, und Heu wie Weide decken den Selenbedarf typischerweise nur zu einem Bruchteil.

Und trotzdem: Eine ausführliche deutsche Marktuntersuchung aus dem Jahr 2020 (Langner et al.) zeigte, dass bei rund 67 Prozent der untersuchten Pferde-Mineralfutter die maximal empfohlene Tagesmenge den Erhaltungsbedarf eines 600 Kilo schweren Pferdes bereits deckte oder sogar überschritt. Damit steht die eine Frage im Raum: Warum brauchen manche Pferde trotzdem noch zusätzlich Selen – und warum andere Pferde für ein Mineralfutter mit weniger oder ohne Selen besser aufgehoben sind? Die Antwort liegt in der Gesamtration: nicht die Zahl „Milligramm pro Kilo“ auf dem Etikett entscheidet, sondern Milligramm Selen pro Tagesration – Konzentration mal tatsächliche Fütterungsmenge, addiert über alle Selenquellen im Trog. Wenn diese Rechnung nicht reicht oder bei einer bewusst zurückhaltenden Fütterung Unsicherheit bleibt, kann eine gezielte Blutuntersuchung Klarheit bringen. Und da wird es interessant: nicht ein einzelner Selenwert, sondern der direkte Selenwert plus die Glutathion-Peroxidase (GPx) zusammen sind der Schlüssel. Genau darum geht es im heutigen Pferde CAMPUS.

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Ein erwachsenes Pferd mit rund 500 Kilogramm Körpergewicht im Erhaltungsbedarf braucht ungefähr 1,1 Milligramm Selen pro Tag. In besonderen Bedarfsphasen wie Trächtigkeit oder Laktation kann der Bedarf höher liegen. Diese Zahl stammt aus den Versorgungsempfehlungen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE 2014) und ist auch international konsistent. Wichtig ist der Maßstab: Milligramm pro Tag – nicht Gramm. Selen ist ein Spurenelement, und „mehr ist besser“ gilt bei Spurenelementen genauso wenig wie bei Medikamenten.

Deutschland ist Selenmangelgebiet – muss ich dann nicht viel Selen füttern?

Nicht automatisch. Die Aussage „Selenmangelgebiet“ bezieht sich auf die Böden und damit auf das Grundfutter – Heu und Weide liefern hier typischerweise nur einen Bruchteil des Bedarfs. Das erklärt, warum eine gezielte Ergänzung über das Futter meistens notwendig ist. Es bedeutet aber nicht, dass jedes Pferd zusätzlich zum Mineralfutter noch ein separates Selenprodukt braucht. Eine deutsche Marktuntersuchung 2020 zeigte, dass bei rund 67 Prozent der Mineralfutter die empfohlene Tagesmenge den Bedarf schon deckt oder überschreitet. Der selenarme Boden erklärt, warum wir supplementieren müssen – nicht, dass wir immer mehr brauchen.

Wie rechne ich aus, wie viel Selen mein Pferd über das Mineralfutter tatsächlich bekommt?

Die entscheidende Zahl steht nicht direkt auf dem Etikett. Auf dem Etikett steht meistens Milligramm Selen pro Kilo Mineralfutter. Was du wissen willst, ist Milligramm Selen pro Tagesration. Die Rechnung: Konzentration multipliziert mit der tatsächlichen Fütterungsmenge in Kilogramm. Beispiel: 10 mg pro Kilo mal 100 Gramm (0,1 kg) Fütterungsmenge ergibt 1 Milligramm Selen. Und das Ganze am besten über alle Selenquellen zusammen – also auch aus Kraftfutter, Leckmasse oder einem separaten Selenprodukt, falls vorhanden. Erst dann weißt du, wo dein Pferd wirklich steht.

Was ist der Unterschied zwischen dem direkten Selenwert und der Glutathion-Peroxidase (GPx)?

Der direkte Selenwert zeigt, wie viel Selen im untersuchten Blutkompartiment tatsächlich vorhanden ist. Vollblut-Selen bildet dabei die längerfristige Versorgung besser ab als Serum oder Plasma, weil Selen dort auch in den roten Blutkörperchen gebunden ist. Die Glutathion-Peroxidase (GPx) ist etwas anderes: ein funktioneller Marker. GPx zeigt nicht, wie viel Selen im Blut ist, sondern ob genug Selen für dieses selenabhängige Enzymsystem zur Verfügung stand. Beide Werte zusammen ergeben ein aussagekräftiges Bild: Menge plus Funktion. Wichtig: GPx allein reicht nicht, um eine Überversorgung auszuschließen – bei gesättigtem System steigt GPx nicht einfach weiter mit.

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Das hängt vom gewählten Parameter ab. Bei Serum- oder Plasmawerten spielt die aktuelle Fütterung stärker hinein – hier kann eine kurze Pause vor der Abnahme sinnvoll sein, um kurzfristige Effekte der letzten Mineralfuttergabe auszublenden. Vollblut-Selen und GPx bilden dagegen eher die längerfristige Situation ab und reagieren weniger stark auf die letzte Mahlzeit. Eine feste Anzahl von Tagen als allgemeine Regel gibt es hier nicht – das stimmst du am besten gemeinsam mit deiner Tierärztin oder deinem Therapeuten ab, passend zur konkreten Fragestellung.

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Das ist kein Widerspruch, sondern Absicht. Aus unserer Beratungspraxis kennen wir sehr unterschiedliche Ausgangslagen: Manche Pferde benötigen eine bedarfsdeckende Selenversorgung, andere sind mit einem niedrig dosierten oder ganz selenfreien Mineralfutter besser aufgehoben – zum Beispiel, wenn im Blutbild über längere Zeit hohe Selenwerte gemessen wurden oder über andere Futterkomponenten schon relevante Selenmengen aufgenommen werden. Unsere Philosophie: so viel wie nötig, aber nicht pauschal mehr. Gleichzeitig ist uns wichtig, dass aus der Sorge vor einer Überversorgung keine dauerhafte Unterversorgung entsteht. Beides ist nicht sinnvoll. Wenn Selen in einer sauber berechneten Ration fehlt, lässt es sich gezielt ergänzen. Ist im Mineralfutter von vornherein sehr viel enthalten, lässt sich dieses Selen dagegen nicht mehr aus der Ration herausnehmen.

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Veröffentlicht am 20.09.2026 · Kategorie: Pferde CAMPUS · Tags: Selen, Mineralfutter, Spurenelemente, Blutbild, GPx, Rationsberechnung, Pferdefütterung, Pferdegesundheit

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