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Pferde CAMPUS: Rationsberechnung beim Pferd einfach erklärt

Vorschaubild – Rationsberechnung beim Pferd – Pferde CAMPUS von balance4animals
▶  Jetzt ansehenDer Klick öffnet das Video auf YouTube – vorher werden keine Daten geladen.

Rationsberechnung klingt sperrig. Am Ende ist sie ein rechnerischer Abgleich: zwischen dem, was dein Pferd tatsächlich frisst, und dem, was es nach anerkannten Bedarfswerten braucht. Bauchgefühl reicht bei der Heumenge in der Praxis meistens aus. Bei Spurenelementen, Mineralstoffen und Vitaminen kommt das Bauchgefühl an eine harte Grenze – dort helfen nur Zahlen. In diesem Blogbeitrag erklären wir dir ehrlich, was hinter dem Begriff steht, wann eine Rationsberechnung sinnvoll ist, und was du im Alltag konkret davon hast.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rationsberechnung ist ein rechnerischer Abgleich zwischen Zufuhr und Bedarf, auf Basis von NRC (2007) und GfE (2014) – den international anerkannten Referenzsystemen.
  • Beim Heu funktioniert Bauchgefühl meistens. Bei Spurenelementen, Mineralstoffen und Vitaminen kommt es an eine harte Grenze – dort helfen nur Zahlen.
  • Der Bedarf wird aus dem metabolischen Körpergewicht abgeleitet (KG hoch 0,75), weil der Stoffwechsel nicht linear mit dem Gewicht steigt. Deshalb passt eine Warmblut-Faustformel nicht auf einen Isländer.
  • Maximal 1 Gramm Stärke pro Kilo Körpergewicht pro Mahlzeit – die klare Obergrenze aus Meyer & Coenen. Wird sie überschritten, gelangt unverdaute Stärke in den Dickdarm und stört die Mikrobenflora.
  • Ca:P-Verhältnis, Vitamin E, Body Condition Score sind die Alltagsstellen, an denen eine Rationsberechnung sichtbaren Nutzen bringt – nicht als Selbstzweck, sondern als Ehrlichkeits-Werkzeug.

Hintergrund

Für ein durchschnittliches 500-Kilo-Pferd im Erhaltungsbedarf ergeben sich nach dem GfE-System als Richtwerte pro Tag rund 17 g Calcium, 14 g Phosphor, 5,5 g Magnesium, gut 3 g Natrium, 25 g Kalium, 105 mg Kupfer, 425 mg Zink, 1 mg Selen und rund 500 IE Vitamin E. Sobald das Pferd arbeitet, verschieben sich diese Zahlen zum Teil erheblich. Bei intensiver Arbeit verdoppelt sich der Vitamin-E-Bedarf. Der Natriumbedarf steigt mit jedem Liter Schweiß deutlich an – bei 20 Litern Schweiß kommen bis zu 60 g Natrium zusätzlich obendrauf. Bedarf ist keine feste Zahl. Bedarf ist eine Zahl, die zum Lebensabschnitt und zur Nutzung passen muss. Und für die Grundfutter-Seite – das Heu – brauchst du eine Analyse, weil die Streuung erheblich ist (Wichert et al. zeigten das an rund 3.000 deutschen Heuproben). Wer sich auf Durchschnittswerte aus Tabellen verlässt, rät.

Quellen & wissenschaftlicher Nachweis

Alle Zahlen und Aussagen aus diesem Video sind einzeln belegt. Das vollständige Quellenverzeichnis findest du hier: Quellenverzeichnis zum Video »

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Häufige Fragen

Was ist eine Rationsberechnung – und warum reicht Bauchgefühl nicht?

Eine Rationsberechnung vergleicht rechnerisch, was dein Pferd frisst, mit seinem tatsächlichen Bedarf nach anerkannten Referenzwerten (NRC 2007, GfE 2014). Bauchgefühl reicht nicht, weil der Mineralstoffgehalt von Heu stark schwankt und Unter- oder Überversorgungen dem Pferd von außen nicht anzusehen sind – die bayerische Feldstudie von Wichert et al. (2002) fand bei 57 % der Pferde eine Zink-Unterversorgung, ohne dass die Halter es ahnten.

Was gehört in eine Heuanalyse hinein?

Eine belastbare Heuanalyse erfasst Energie, Rohprotein und die Rohnährstoffe (Weender-Analyse), die Faserfraktionen (Van-Soest-Analyse) sowie Mengen- und Spurenelemente wie Calcium, Phosphor, Zink und Selen. Erst mit diesen Werten lässt sich die Ration überhaupt rechnen (VDLUFA-Methodenbuch für die Futtermittelanalytik).

Wie groß ist die Streuung zwischen zwei Heuchargen wirklich?

Erheblich. Schon Standort, Schnittzeitpunkt und botanische Zusammensetzung verändern die Mineralstoffgehalte deutlich (Kienzle et al. 2008; Schlegel et al. 2016). Zwei Heue vom selben Betrieb können sich so stark unterscheiden, dass eine Ration, die für die eine Charge stimmt, für die nächste nicht mehr passt – deshalb sollte jede neue Charge analysiert werden.

Warum sind Zink und Selen so oft unterversorgt?

Weil mitteleuropäische Böden und das darauf gewachsene Heu von Natur aus wenig davon enthalten. Feldstudien fanden Zinkgehalte von nur 13–16 mg/kg Trockensubstanz und Selengehalte um 0,025 mg/kg – nahe der Nachweisgrenze (Zakova et al. 2016). In der bayerischen Untersuchung erreichten 57 % der Pferde die Zink- und 75 % die Selenempfehlung nicht (Wichert et al. 2002).

Warum ist das Calcium-Phosphor-Verhältnis so entscheidend?

Weil Calcium und Phosphor im Körper gegeneinander reguliert werden. Ist dauerhaft zu viel Phosphor im Verhältnis zum Calcium in der Ration, mobilisiert der Körper Calcium aus den Knochen – bis hin zum „Big Head“. Tolerierbar ist ein Rahmen von 1:1 bis 3:1, in der Praxis strebt man 1,5:1 bis 2:1 an (Meyer & Coenen 2014; Toribio 2011).

Wie erkenne ich, ob mein Pferd übergewichtig ist – ohne Waage?

Mit dem Body Condition Score (BCS): Du beurteilst nach einem festen Schema, wie stark Hals, Rippen, Rücken und Schweifansatz mit Fett bedeckt sind – durch Ansehen und Abtasten. Das ersetzt keine Waage exakt, macht Übergewicht aber zuverlässig sichtbar und Veränderungen über die Zeit vergleichbar (Dugdale et al. 2010).

Weitere Videos aus dem Pferde CAMPUS

Weitere Themen – von der Lymphsystem-Pflege über Elektrolyte bei Hitze bis zur Kolik-Vorbeugung – findest du in unserem Pferde-CAMPUS-Blog. Jede Woche kommt ein neues Video dazu.

Verantwortung und Haftungshinweis: Wir bei balance4animals recherchieren und kontrollieren alle Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen. Die Aussagen in unseren Videos und begleitenden Dokumenten stützen sich auf peer-reviewte Studien, veterinärmedizinische Fachliteratur und anerkannte Referenzwerke. Trotz größter Sorgfalt können wir Vollständigkeit, Aktualität oder vollständige Fehlerfreiheit nicht garantieren.

Solltest du auf einen Fehler stoßen oder eine Ergänzung für sinnvoll halten, freuen wir uns über deinen Hinweis.

Alle Empfehlungen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine individuelle tierärztliche Beurteilung und keine individuelle Fütterungsberatung. Bei akuten Anzeichen von Erkrankung, ungeklärtem Gewichtsverlust, wiederholten Koliken oder Verdacht auf Stoffwechselerkrankungen (EMS, PPID, PSSM) ist umgehend tierärztliche Hilfe einzuholen.

Fragen zur Fütterung deines Pferdes beantworten wir gerne persönlich.

balance4animals – artgerechte Ernährung für Ihr Pferd.

Veröffentlicht am 19.07.2026 · Kategorie: Pferde CAMPUS · Tags: Rationsberechnung, Fütterung, Heuanalyse, GfE, NRC, Meyer Coenen, Bedarf

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Rationsberechnung klingt sperrig. Am Ende ist sie ein rechnerischer Abgleich: zwischen dem, was dein Pferd tatsächlich frisst, und dem, was es nach anerkannten Bedarfswerten braucht. Bauchgefühl reicht bei der Heumenge in der Praxis meistens aus. Bei Spurenelementen, Mineralstoffen und Vitaminen kommt das Bauchgefühl an eine harte Grenze – dort helfen nur Zahlen. In diesem Blogbeitrag erklären wir dir ehrlich, was hinter dem Begriff steht, wann eine Rationsberechnung sinnvoll ist, und was du im Alltag konkret davon hast.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rationsberechnung ist ein rechnerischer Abgleich zwischen Zufuhr und Bedarf, auf Basis von NRC (2007) und GfE (2014) – den international anerkannten Referenzsystemen.
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Hintergrund

Für ein durchschnittliches 500-Kilo-Pferd im Erhaltungsbedarf ergeben sich nach dem GfE-System als Richtwerte pro Tag rund 17 g Calcium, 14 g Phosphor, 5,5 g Magnesium, gut 3 g Natrium, 25 g Kalium, 105 mg Kupfer, 425 mg Zink, 1 mg Selen und rund 500 IE Vitamin E. Sobald das Pferd arbeitet, verschieben sich diese Zahlen zum Teil erheblich. Bei intensiver Arbeit verdoppelt sich der Vitamin-E-Bedarf. Der Natriumbedarf steigt mit jedem Liter Schweiß deutlich an – bei 20 Litern Schweiß kommen bis zu 60 g Natrium zusätzlich obendrauf. Bedarf ist keine feste Zahl. Bedarf ist eine Zahl, die zum Lebensabschnitt und zur Nutzung passen muss. Und für die Grundfutter-Seite – das Heu – brauchst du eine Analyse, weil die Streuung erheblich ist (Wichert et al. zeigten das an rund 3.000 deutschen Heuproben). Wer sich auf Durchschnittswerte aus Tabellen verlässt, rät.

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Was ist eine Rationsberechnung – und warum reicht Bauchgefühl nicht?

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Weil mitteleuropäische Böden und das darauf gewachsene Heu von Natur aus wenig davon enthalten. Feldstudien fanden Zinkgehalte von nur 13–16 mg/kg Trockensubstanz und Selengehalte um 0,025 mg/kg – nahe der Nachweisgrenze (Zakova et al. 2016). In der bayerischen Untersuchung erreichten 57 % der Pferde die Zink- und 75 % die Selenempfehlung nicht (Wichert et al. 2002).

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Weil Calcium und Phosphor im Körper gegeneinander reguliert werden. Ist dauerhaft zu viel Phosphor im Verhältnis zum Calcium in der Ration, mobilisiert der Körper Calcium aus den Knochen – bis hin zum „Big Head“. Tolerierbar ist ein Rahmen von 1:1 bis 3:1, in der Praxis strebt man 1,5:1 bis 2:1 an (Meyer & Coenen 2014; Toribio 2011).

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Fragen zur Fütterung deines Pferdes beantworten wir gerne persönlich.

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Veröffentlicht am 19.07.2026 · Kategorie: Pferde CAMPUS · Tags: Rationsberechnung, Fütterung, Heuanalyse, GfE, NRC, Meyer Coenen, Bedarf

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