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Pferde CAMPUS: Kolik beim Pferd – Auslöser, Vorbeugung und Warnzeichen im Sommer

Vorschaubild – Kolik beim Pferd – Pferde CAMPUS von balance4animals
▶  Jetzt ansehenDer Klick öffnet das Video auf YouTube – vorher werden keine Daten geladen.

Kolik ist ein Wort, das jeder Pferdehalter kennt und keiner hören will. Gerade jetzt im Sommer bringen Hitze, schwülwarme Wetterumschwünge, Weide und Wasser eigene Risiken mit sich. In diesem Pferde-CAMPUS-Video schauen wir uns an, warum das Pferd anatomisch so koliksensibel ist, welche Auslöser der Sommer mit sich bringt, wie du mit der Fütterung viel dafür tun kannst, dass es gar nicht so weit kommt – und woran du eine beginnende Kolik erkennst. Ehrlich und ohne Panikmache, damit du gut vorbereitet reagieren kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Pferd ist gebaut wie ein Dämmerungs-Grazer – kleiner Magen mit Dauer-Säureproduktion, kein Erbrechen möglich, große Gärkammern im Hinterdarm und mit der Beckenflexur eine anatomische Engstelle, an der sich Darminhalt am ehesten staut.
  • Wassermangel bei Hitze ist der erste erkennbare Kolik-Trigger im Sommer – wenn dein Pferd nicht ausreichend trinkt, wird der Darminhalt trocken, und die Passage stockt genau an der Beckenflexur.
  • Fresspausen maximal vier Stunden – kein Fachbuch empfiehlt sechs oder acht Stunden Pause. Schon nach vier Stunden ohne Futter sinkt die Blinddarm-Entleerung, das Verstopfungsrisiko steigt, und der leere Magen greift sich mit seiner eigenen Säure an.
  • Öl vorbeugend gegen Kolik ist ein Mythos. Die Fachliteratur ist eindeutig: Es gibt keine Evidenz, dass pflanzliches Öl den Darm „schmiert“ oder Sand austrägt. Was hilft: Raufaser, Wasser, Bewegung.
  • Bei jedem ernsthaften Kolik-Verdacht: sofort den Tierarzt. Kein Zuwarten, kein „schauen wir mal“, kein Öl geben, kein Schmerzmittel selbst verabreichen. Zeit ist der wichtigste Faktor.

Hintergrund

Der Pferdemagen ist mit acht bis fünfzehn Litern relativ klein und hat eine wichtige Besonderheit: Das Pferd kann nicht erbrechen. Gleichzeitig produziert der Magen Säure durchgehend – auch wenn er leer ist. Deshalb ist das Pferd darauf angewiesen, kontinuierlich kleine Mengen Raufaser aufzunehmen, damit der Speichel beim Kauen die Säure abpuffert. Auf den Magen folgen der Dünndarm mit rund vierzig bis fünfzig Litern, der Blinddarm mit dreiunddreißig Litern und der große Dickdarm mit rund achtzig Litern – die großen Gärkammern, in denen die Rohfaser verdaut wird. Und mittendrin gibt es eine anatomische Engstelle: die Beckenflexur, eine Krümmung im Dickdarm, an der der Darm deutlich enger wird. Genau dort staut sich Darminhalt am ehesten, wenn er zu trocken ist. Diese Bauweise erklärt, warum Fütterung, Wasserversorgung und Bewegung im Sommer über Kolik oder Kolik-Vermeidung entscheiden.

Quellen & wissenschaftlicher Nachweis

Alle Zahlen und Aussagen aus diesem Video sind einzeln belegt. Das vollständige Quellenverzeichnis findest du hier: Quellenverzeichnis zum Video »

Passende Angebote von balance4animals

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Für kolikempfindliche Risikopferde in Wetterumschwungs- und Schwüle-Phasen. Weißdorn kann Herz und Kreislauf begleiten – traditionelle Anwendung, kein Wirkversprechen.
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Die klassische Kräuter-Kombination aus drei Doldenblütlern unterstützt traditionell die Verdauung und beugt Aufgasungen vor. Für bekannt kolikempfindliche Pferde in kritischen Wetterphasen.
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Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob mein Pferd eine Kolik hat?

Frühzeichen sind Futterverweigerung, Unruhe, Umsehen zum Bauch, Flehmen und Scharren. Spätere Zeichen sind Treten in Richtung Bauch, aufgezogener Bauch, gekrümmter Rücken und schließlich Hinlegen und Wälzen (Remillard 2023, Kap. 22.5.3).

Darf ich mein Pferd bei Kolik wälzen lassen?

Der alte Rat „nie wälzen lassen" ist in der wissenschaftlichen Fachliteratur nicht als Regel belegt. Wichtiger ist die menschliche Sicherheit: Ein 600 kg schweres Pferd im Schmerzrausch kann nicht festgehalten werden. Halte Sicherheitsabstand und rufe sofort den Tierarzt.

Hilft Öl vorbeugend gegen Kolik?

Nein. Die Fachliteratur ist eindeutig: Es gibt keine Evidenz, dass pflanzliches Öl den Darm „schmiert" oder Sand austrägt (Geor et al. 2013, Kap. 23). Mineralöl per Nasenschlundsonde ist eine tierärztliche Maßnahme, kein Halter-Hausmittel. Was wirklich hilft: Raufaser, Wasser, Bewegung.

Wie lange darf ein Pferd ohne Futter sein?

Maximal vier Stunden. Kein Fachbuch empfiehlt sechs oder acht Stunden Fresspause. Remillard (2023) schreibt: „Long periods of fasting (>4 hrs) should be avoided if possible." Geor et al. (2013) sind sogar noch strenger mit „not more than 2–3 hours".

Wie schnell darf ich mein Pferd auf die Sommerweide gewöhnen?

Die Anpassung der Darmflora dauert etwa zwei Wochen (Remillard 2023, Kap. 26.5.1.2). Praktisch bedeutet das: 10–14 Tage stufenweise Steigerung. Tag 1 maximal 20 Minuten, alle zwei Tage um 15 Minuten verlängern, in der dritten Woche Halbtags- oder Ganztagsweide. Bei Unterbrechung von vorne anfangen.

Wie erkenne ich Sand im Darm?

Mit dem Kot-Test: Einen Handteller frischen Kot in einen durchsichtigen Beutel geben, mit Wasser aufschlämmen und über Nacht ruhig aufhängen. Sammelt sich am Boden Sand, hat das Pferd relevante Mengen aufgenommen. In diesem Fall Heu erhöht anbieten (nicht auf den Boden), Raufaser reichlich füttern und über eine gezielte Sand-Ausleitung mit dem Tierarzt sprechen.

Weitere Videos aus dem Pferde CAMPUS

Weitere Themen – von der Lymphsystem-Pflege über Elektrolyte bei Hitze bis zur Rationsberechnung – findest du in unserem Pferde-CAMPUS-Blog. Jede Woche kommt ein neues Video dazu.

Verantwortung und Haftungshinweis: Wir bei balance4animals recherchieren und kontrollieren alle Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen. Die Aussagen in unseren Videos und begleitenden Dokumenten stützen sich auf peer-reviewte Studien, veterinärmedizinische Fachliteratur und anerkannte Referenzwerke. Trotz größter Sorgfalt können wir Vollständigkeit, Aktualität oder vollständige Fehlerfreiheit nicht garantieren.

Solltest du auf einen Fehler stoßen oder eine Ergänzung für sinnvoll halten, freuen wir uns über deinen Hinweis.

Alle Empfehlungen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine individuelle tierärztliche Beurteilung und keine individuelle Fütterungsberatung. Bei jedem ernsthaften Verdacht auf Kolik ist umgehend tierärztliche Hilfe einzuholen – Zeit ist der wichtigste Faktor.

Fragen zur Fütterung deines Pferdes beantworten wir gerne persönlich.

balance4animals – artgerechte Ernährung für Ihr Pferd

Veröffentlicht am 26.07.2026 · Kategorie: Pferde CAMPUS · Tags: Kolik, Pferdekolik, Sommer, Fütterung, Verdauung, Warnzeichen

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Pferde CAMPUS: Kolik beim Pferd – Auslöser, Vorbeugung und Warnzeichen im Sommer ▶  Jetzt ansehen Der Klick öffnet das Video auf YouTube – vorher werden keine Daten... mehr erfahren »
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Pferde CAMPUS: Kolik beim Pferd – Auslöser, Vorbeugung und Warnzeichen im Sommer

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Kolik ist ein Wort, das jeder Pferdehalter kennt und keiner hören will. Gerade jetzt im Sommer bringen Hitze, schwülwarme Wetterumschwünge, Weide und Wasser eigene Risiken mit sich. In diesem Pferde-CAMPUS-Video schauen wir uns an, warum das Pferd anatomisch so koliksensibel ist, welche Auslöser der Sommer mit sich bringt, wie du mit der Fütterung viel dafür tun kannst, dass es gar nicht so weit kommt – und woran du eine beginnende Kolik erkennst. Ehrlich und ohne Panikmache, damit du gut vorbereitet reagieren kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Pferd ist gebaut wie ein Dämmerungs-Grazer – kleiner Magen mit Dauer-Säureproduktion, kein Erbrechen möglich, große Gärkammern im Hinterdarm und mit der Beckenflexur eine anatomische Engstelle, an der sich Darminhalt am ehesten staut.
  • Wassermangel bei Hitze ist der erste erkennbare Kolik-Trigger im Sommer – wenn dein Pferd nicht ausreichend trinkt, wird der Darminhalt trocken, und die Passage stockt genau an der Beckenflexur.
  • Fresspausen maximal vier Stunden – kein Fachbuch empfiehlt sechs oder acht Stunden Pause. Schon nach vier Stunden ohne Futter sinkt die Blinddarm-Entleerung, das Verstopfungsrisiko steigt, und der leere Magen greift sich mit seiner eigenen Säure an.
  • Öl vorbeugend gegen Kolik ist ein Mythos. Die Fachliteratur ist eindeutig: Es gibt keine Evidenz, dass pflanzliches Öl den Darm „schmiert“ oder Sand austrägt. Was hilft: Raufaser, Wasser, Bewegung.
  • Bei jedem ernsthaften Kolik-Verdacht: sofort den Tierarzt. Kein Zuwarten, kein „schauen wir mal“, kein Öl geben, kein Schmerzmittel selbst verabreichen. Zeit ist der wichtigste Faktor.

Hintergrund

Der Pferdemagen ist mit acht bis fünfzehn Litern relativ klein und hat eine wichtige Besonderheit: Das Pferd kann nicht erbrechen. Gleichzeitig produziert der Magen Säure durchgehend – auch wenn er leer ist. Deshalb ist das Pferd darauf angewiesen, kontinuierlich kleine Mengen Raufaser aufzunehmen, damit der Speichel beim Kauen die Säure abpuffert. Auf den Magen folgen der Dünndarm mit rund vierzig bis fünfzig Litern, der Blinddarm mit dreiunddreißig Litern und der große Dickdarm mit rund achtzig Litern – die großen Gärkammern, in denen die Rohfaser verdaut wird. Und mittendrin gibt es eine anatomische Engstelle: die Beckenflexur, eine Krümmung im Dickdarm, an der der Darm deutlich enger wird. Genau dort staut sich Darminhalt am ehesten, wenn er zu trocken ist. Diese Bauweise erklärt, warum Fütterung, Wasserversorgung und Bewegung im Sommer über Kolik oder Kolik-Vermeidung entscheiden.

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Wie erkenne ich, ob mein Pferd eine Kolik hat?

Frühzeichen sind Futterverweigerung, Unruhe, Umsehen zum Bauch, Flehmen und Scharren. Spätere Zeichen sind Treten in Richtung Bauch, aufgezogener Bauch, gekrümmter Rücken und schließlich Hinlegen und Wälzen (Remillard 2023, Kap. 22.5.3).

Darf ich mein Pferd bei Kolik wälzen lassen?

Der alte Rat „nie wälzen lassen" ist in der wissenschaftlichen Fachliteratur nicht als Regel belegt. Wichtiger ist die menschliche Sicherheit: Ein 600 kg schweres Pferd im Schmerzrausch kann nicht festgehalten werden. Halte Sicherheitsabstand und rufe sofort den Tierarzt.

Hilft Öl vorbeugend gegen Kolik?

Nein. Die Fachliteratur ist eindeutig: Es gibt keine Evidenz, dass pflanzliches Öl den Darm „schmiert" oder Sand austrägt (Geor et al. 2013, Kap. 23). Mineralöl per Nasenschlundsonde ist eine tierärztliche Maßnahme, kein Halter-Hausmittel. Was wirklich hilft: Raufaser, Wasser, Bewegung.

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Maximal vier Stunden. Kein Fachbuch empfiehlt sechs oder acht Stunden Fresspause. Remillard (2023) schreibt: „Long periods of fasting (>4 hrs) should be avoided if possible." Geor et al. (2013) sind sogar noch strenger mit „not more than 2–3 hours".

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Die Anpassung der Darmflora dauert etwa zwei Wochen (Remillard 2023, Kap. 26.5.1.2). Praktisch bedeutet das: 10–14 Tage stufenweise Steigerung. Tag 1 maximal 20 Minuten, alle zwei Tage um 15 Minuten verlängern, in der dritten Woche Halbtags- oder Ganztagsweide. Bei Unterbrechung von vorne anfangen.

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Veröffentlicht am 26.07.2026 · Kategorie: Pferde CAMPUS · Tags: Kolik, Pferdekolik, Sommer, Fütterung, Verdauung, Warnzeichen

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