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Pferde CAMPUS: Die Grundbedürfnisse des Pferdes

Teil 1: Raufutter, Wasser, Mineralien

Vorschaubild – Die Grundbedürfnisse des Pferdes – Pferde CAMPUS von balance4animals
▶  Jetzt ansehenDer Klick öffnet das Video auf YouTube – vorher werden keine Daten geladen.

Der Stoffwechsel des Pferdes lässt sich auf vier Grundpfeiler herunterbrechen: Raufutter, Wasser, Mineralien und Bewegung. Wenn diese vier Säulen stabil sind, trägt das Fundament fast alles. Ist aber nur eine davon instabil, hilft auch die schönste Fassade nicht – dann gerät die gesamte Statik ins Wanken. In diesem Video aus dem Pferde CAMPUS schauen wir uns die ersten drei Säulen genauer an: Warum Raufutter der primäre Energielieferant ist, wie viel Speichel beim Kauen entsteht und warum Salz für jedes Pferd unverzichtbar ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Raufutter ist der primäre Energielieferant – der Dickdarm des Pferdes ist auf die langsame Fermentation von Fasern ausgelegt, nicht auf Kraftfutter.
  • Die 1,5-%-Regel gibt eine Orientierung: mindestens 1,5 % des Körpergewichts als Heu-Trockenmasse pro Tag.
  • Speichelproduktion beim Kauen – je nach Raufuttermenge produziert ein Großpferd 20 bis 40 Liter Speichel täglich. Das enthaltene Bikarbonat puffert die Magensäure.
  • Freier Wasserzugang ist essenziell – als Orientierung werden etwa 3–4 Liter pro Kilogramm Heu-Trockenmasse genannt.
  • Salz ist Pflicht – im Grundfutter finden sich häufig nur geringe Natriumgehalte, deshalb braucht jedes Pferd Zugang zu Salz.

Hintergrund

Das Pferd ist evolutionär ein Dauerfresser. Sein Verdauungssystem ist auf die kontinuierliche Aufnahme kleiner Raufuttermengen über den Tag ausgelegt. Im Dickdarm – dem eigentlichen „Motor" des Pferdes – leben Milliarden spezialisierter Mikroorganismen, die unverdauliche Pflanzenfasern zu Energie, Vitaminen und kurzkettigen Fettsäuren fermentieren. Kraftfutter kann diesen Motor nicht ersetzen, sondern allenfalls ergänzen.

Als praktische Orientierung für die Raufuttermenge gilt die 1,5-%-Regel: Mindestens 1,5 % des Körpergewichts sollten täglich als Heu-Trockenmasse zur Verfügung stehen. Bei einem 500-kg-Pferd sind das mindestens 7,5 kg Trockenmasse – bei einem üblichen TS-Gehalt von ca. 88 % entspricht das etwa 8,5 kg Heu. Diese Menge unterstützt eine stabile Hinterdarmfunktion und sorgt für eine gleichmäßige Energieversorgung.

Beim Kauen von Raufutter entsteht Speichel – und zwar erhebliche Mengen. Ein erwachsenes Großpferd produziert abhängig von der gefressenen Raufuttermenge zwischen 20 und 40 Liter Speichel pro Tag. Dieser Speichel enthält Bikarbonat, das die kontinuierlich produzierte Magensäure puffert. Anders als bei anderen Tierarten gibt es beim Pferd keinen nennenswerten Ruhespeichelfluss – Speichel wird vor allem durch die Kaubewegung gebildet. Je länger ein Pferd kaut, desto mehr Puffer gelangt in den Magen. Für ein Kilogramm Heu braucht ein Pferd etwa 40 bis 50 Minuten und macht dabei 3000 bis 4000 Kauschläge. Kraftfutter wird deutlich schneller und mit weniger Kauaktivität aufgenommen – entsprechend weniger Speichel.

Der Körper des Pferdes besteht zu etwa 60 bis 70 % aus Wasser. Freier Zugang zu frischem Wasser ist daher unverzichtbar. Als grobe Orientierung werden etwa 3 bis 4 Liter Wasser pro Kilogramm aufgenommener Heu-Trockenmasse genannt – bei 10 kg Trockenmasse also 30 bis 40 Liter täglich. Gerade im Winter ist eine ausreichende Wasseraufnahme wichtig, da trockenes Raufutter kaum Wasser liefert und eine verminderte Wasseraufnahme das Risiko für Verstopfungskoliken erhöhen kann. Schließlich: Salz. Im Grundfutter finden sich häufig nur geringe Natriumgehalte. Natrium ist aber gemeinsam mit Chlorid essenziell für den Wasserhaushalt und die Nervenfunktion. Auch Pica-Verhalten – etwa das Belecken von Beton oder das Fressen von Erde – kann Anlass sein, die Mineralstoff- und Salzversorgung zu überprüfen. Pica ist jedoch kein spezifisches Zeichen für einen Natriummangel und kann unterschiedliche Ursachen haben. Jedes Pferd braucht daher Zugang zu einem Salzleckstein oder – noch besser – losem Salz.

Quellen & wissenschaftlicher Nachweis

Alle Zahlen und Aussagen aus diesem Video sind einzeln belegt. Das vollständige Quellenverzeichnis findest du hier: Quellenverzeichnis zum Video »

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Häufige Fragen

Warum ist Raufutter wichtiger als Kraftfutter?

Der Dickdarm des Pferdes ist das eigentliche Kraftwerk. Dort fermentieren spezialisierte Bakterien Pflanzenfasern zu Energie. Kraftfutter kann diese Faserbasis nicht ersetzen – es ist ein Ergänzungsfutter, keine Alternative.

Wie viel Heu braucht mein Pferd mindestens?

Als Orientierung gilt die 1,5-%-Regel: mindestens 1,5 % des Körpergewichts als Heu-Trockenmasse. Bei einem 500-kg-Pferd sind das 7,5 kg Trockenmasse – bei ca. 88 % TS-Gehalt etwa 8,5 kg Heu pro Tag.

Warum braucht jedes Pferd Salz?

Im Grundfutter finden sich häufig nur geringe Natriumgehalte – das deckt den Bedarf meist nicht. Natrium ist aber essenziell für den Wasserhaushalt und die Nervenfunktion. Ein Salzleckstein oder loses Salz sollte daher immer verfügbar sein.

Weitere Videos aus dem Pferde CAMPUS

Weitere Themen – von Omega-3 aus Algenöl über das Antioxidans-Team der Zellmembran bis zu Leberkräutern im Fellwechsel – findest du in unserem Pferde-CAMPUS-Blog. Jede Woche kommt ein neues Video dazu.

Verantwortung und Haftungshinweis: Wir bei balance4animals recherchieren und kontrollieren alle Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen. Die Aussagen in unseren Videos und begleitenden Dokumenten stützen sich auf peer-reviewte Studien, veterinärmedizinische Fachliteratur und anerkannte Referenzwerke. Trotz größter Sorgfalt können wir Vollständigkeit, Aktualität oder vollständige Fehlerfreiheit nicht garantieren.

Solltest du auf einen Fehler stoßen oder eine Ergänzung für sinnvoll halten, freuen wir uns über deinen Hinweis.

Alle Empfehlungen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine individuelle tierärztliche Beurteilung und keine individuelle Fütterungsberatung. Bei akuten Anzeichen von Kolik, Dehydration oder ungewöhnlichem Fress- und Trinkverhalten ist umgehend tierärztliche Hilfe einzuholen.

Fragen zur Fütterung deines Pferdes beantworten wir gerne persönlich.

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Veröffentlicht am 14.08.2026 · Kategorie: Pferde CAMPUS · Tags: Raufutter, Heu, Wasser, Mineralien, Salz, Grundbedürfnisse, Verdauung, Dickdarm

Pferde CAMPUS: Die Grundbedürfnisse des Pferdes Teil 1: Raufutter, Wasser, Mineralien ▶  Jetzt ansehen Der Klick öffnet das Video auf YouTube – vorher werden keine... mehr erfahren »
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Teil 1: Raufutter, Wasser, Mineralien

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Der Stoffwechsel des Pferdes lässt sich auf vier Grundpfeiler herunterbrechen: Raufutter, Wasser, Mineralien und Bewegung. Wenn diese vier Säulen stabil sind, trägt das Fundament fast alles. Ist aber nur eine davon instabil, hilft auch die schönste Fassade nicht – dann gerät die gesamte Statik ins Wanken. In diesem Video aus dem Pferde CAMPUS schauen wir uns die ersten drei Säulen genauer an: Warum Raufutter der primäre Energielieferant ist, wie viel Speichel beim Kauen entsteht und warum Salz für jedes Pferd unverzichtbar ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Raufutter ist der primäre Energielieferant – der Dickdarm des Pferdes ist auf die langsame Fermentation von Fasern ausgelegt, nicht auf Kraftfutter.
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Hintergrund

Das Pferd ist evolutionär ein Dauerfresser. Sein Verdauungssystem ist auf die kontinuierliche Aufnahme kleiner Raufuttermengen über den Tag ausgelegt. Im Dickdarm – dem eigentlichen „Motor" des Pferdes – leben Milliarden spezialisierter Mikroorganismen, die unverdauliche Pflanzenfasern zu Energie, Vitaminen und kurzkettigen Fettsäuren fermentieren. Kraftfutter kann diesen Motor nicht ersetzen, sondern allenfalls ergänzen.

Als praktische Orientierung für die Raufuttermenge gilt die 1,5-%-Regel: Mindestens 1,5 % des Körpergewichts sollten täglich als Heu-Trockenmasse zur Verfügung stehen. Bei einem 500-kg-Pferd sind das mindestens 7,5 kg Trockenmasse – bei einem üblichen TS-Gehalt von ca. 88 % entspricht das etwa 8,5 kg Heu. Diese Menge unterstützt eine stabile Hinterdarmfunktion und sorgt für eine gleichmäßige Energieversorgung.

Beim Kauen von Raufutter entsteht Speichel – und zwar erhebliche Mengen. Ein erwachsenes Großpferd produziert abhängig von der gefressenen Raufuttermenge zwischen 20 und 40 Liter Speichel pro Tag. Dieser Speichel enthält Bikarbonat, das die kontinuierlich produzierte Magensäure puffert. Anders als bei anderen Tierarten gibt es beim Pferd keinen nennenswerten Ruhespeichelfluss – Speichel wird vor allem durch die Kaubewegung gebildet. Je länger ein Pferd kaut, desto mehr Puffer gelangt in den Magen. Für ein Kilogramm Heu braucht ein Pferd etwa 40 bis 50 Minuten und macht dabei 3000 bis 4000 Kauschläge. Kraftfutter wird deutlich schneller und mit weniger Kauaktivität aufgenommen – entsprechend weniger Speichel.

Der Körper des Pferdes besteht zu etwa 60 bis 70 % aus Wasser. Freier Zugang zu frischem Wasser ist daher unverzichtbar. Als grobe Orientierung werden etwa 3 bis 4 Liter Wasser pro Kilogramm aufgenommener Heu-Trockenmasse genannt – bei 10 kg Trockenmasse also 30 bis 40 Liter täglich. Gerade im Winter ist eine ausreichende Wasseraufnahme wichtig, da trockenes Raufutter kaum Wasser liefert und eine verminderte Wasseraufnahme das Risiko für Verstopfungskoliken erhöhen kann. Schließlich: Salz. Im Grundfutter finden sich häufig nur geringe Natriumgehalte. Natrium ist aber gemeinsam mit Chlorid essenziell für den Wasserhaushalt und die Nervenfunktion. Auch Pica-Verhalten – etwa das Belecken von Beton oder das Fressen von Erde – kann Anlass sein, die Mineralstoff- und Salzversorgung zu überprüfen. Pica ist jedoch kein spezifisches Zeichen für einen Natriummangel und kann unterschiedliche Ursachen haben. Jedes Pferd braucht daher Zugang zu einem Salzleckstein oder – noch besser – losem Salz.

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Wie viel Heu braucht mein Pferd mindestens?

Als Orientierung gilt die 1,5-%-Regel: mindestens 1,5 % des Körpergewichts als Heu-Trockenmasse. Bei einem 500-kg-Pferd sind das 7,5 kg Trockenmasse – bei ca. 88 % TS-Gehalt etwa 8,5 kg Heu pro Tag.

Warum braucht jedes Pferd Salz?

Im Grundfutter finden sich häufig nur geringe Natriumgehalte – das deckt den Bedarf meist nicht. Natrium ist aber essenziell für den Wasserhaushalt und die Nervenfunktion. Ein Salzleckstein oder loses Salz sollte daher immer verfügbar sein.

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Fragen zur Fütterung deines Pferdes beantworten wir gerne persönlich.

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Veröffentlicht am 14.08.2026 · Kategorie: Pferde CAMPUS · Tags: Raufutter, Heu, Wasser, Mineralien, Salz, Grundbedürfnisse, Verdauung, Dickdarm

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