• Futterberatung: 0179-240 04 83
  • E-Mail: futterberatung@balance4animals.de
  • Mo. - Fr. von 9:00 Uhr - 13:00 Uhr
Service/Hilfe
  • B2B Login
  • Bonus-Punkte-Programm
  • Cookie-Einstellungen
  • Kontakt
  • AGB
  • Versand und Zahlungsbedingungen
  • Datenschutz
  • Datenschutzerklärung Klarna
  • Widerrufsrecht
  • Impressum
balance4animals.de - zur Startseite wechseln
  • Menü
  • Suchen
     
  • B2B Login
  • Mein Konto
  • Warenkorb 0 0,00 € *
     
  • Für Pferde
  • Pferdewohl365
  • Pferde CAMPUS
  • Für Hunde
  • Bioresonanz
  • Therapeuten
  • Unsere Empfehlung
Zur Kategorie Für Pferde
  • Mineralfutter b4a
  • Pferdefutter Basic
  • Pferdefutter Mash
  • Kräuter-Pesto
  • Kräuter und mehr
  • Kräuter-Pellets
  • dr.WEYRAUCH
  • Kristallkraft
  • PerNaturam
  • Naschwerk
  • Laboranalysen
  • Öle
  • Rohstoffe
  • Gutscheine
  • von A-Z
  • Quellennachweise
    • Elektrolyte bei Hitze
    • Rationsberechnung
    • Lymphsystem
    • Kolik
    • Hyaluron in der Pferdefütterung
    • Leberkräuter im Fellwechsel
    • Der Öl-Fehler in moderner Pferdehaltung
    • OPC und Algenöl
    • Selen im Mineralfutter – Quellenverzeichnis | Pferde CAMPUS
    • Blutbilder Folge 1
    • Grundbedürfnisse Teil 1
    • Grundbedüfnisse Teil 2
  • Vitalpilze
    • Vitalpilz-Mischungen
    • Vitalpilz-Pulver
  • Mein Pferd hat:
    • Atemwege
    • Magen/Darm
    • Leber/Blase/Niere
    • Stoffwechsel
    • Entgiftung
    • Bewegungsapparat
    • Immunsystem
    • Stress
balance4animals - Pferdehanf, Hanf für Pferde, Mineralfutter,
Unsere Produkte enthalten keine chemischen Zusatzstoffe, Aromen oder Zuckerrübenmelasse. Nur dort, wo es bei Mangel keine natürliche Alternative gibt, wie bei den Spurenelementen oder lagersensiblen Vitaminen, greifen wir auf organisch gebundene... mehr erfahren
Zur Kategorie Pferdewohl365
Pferdewohl365
Ein Angebot von balance4animals Pferdewohl 365 Fütterungsbegleitung, die das ganze Jahr trägt.   Pferdewohl 365 ist das Angebot von balance4animals für Pferdefreunde, die ihre Pferdeernährung auf ein solides Fundament... mehr erfahren
Zur Kategorie Pferde CAMPUS
  • Blutbilder Folge 1
  • Sabine´s Digitaler Zwilling
  • Selen im Mineralfutter
  • OPC und Algenöl
  • Ölfütterung
  • Fellwechsel und Leberkräuter
  • Lymphsystem
  • Elektrolyte
  • Kolik
  • Rationsberechnung
  • Hyaluron in der Pferdefütterung
  • Grundbedürfnisse Teil 1
  • Grundbedürfnisse Teil 2
Zur Kategorie Für Hunde
  • dr.WEYRAUCH
  • Rund ums Barfen
  • von A-Z
  • Premium Nassfutter
Gesunde und schmackhafte Ernährung für Hunde
Gesundes, reines Premium Nassfutter, leckeres und gesundes Barfzubehör und vieles mehr mehr erfahren
Zur Kategorie Bioresonanz
Bioresonanz
Zur Kategorie Therapeuten
Zur Kategorie Unsere Empfehlung
Unsere Empfehlung
  • Für Pferde
  • Quellennachweise
  • Selen im Mineralfutter – Quellenverzeichnis | Pferde CAMPUS
Cookie-Einstellungen
Diese Website benutzt Cookies, die für den technischen Betrieb der Website erforderlich sind und stets gesetzt werden. Andere Cookies, die den Komfort bei Benutzung dieser Website erhöhen, der Direktwerbung dienen oder die Interaktion mit anderen Websites und sozialen Netzwerken vereinfachen sollen, werden nur mit Ihrer Zustimmung gesetzt.
Konfiguration
Technisch erforderlich
Diese Cookies sind für die Grundfunktionen des Shops notwendig.
"Alle Cookies ablehnen" Cookie
"Alle Cookies annehmen" Cookie
Ausgewählter Shop
CSRF-Token
Cookie-Einstellungen
Individuelle Preise
Kundenspezifisches Caching
PayPal-Zahlungen
Session
Währungswechsel
Komfortfunktionen
Diese Cookies werden genutzt um das Einkaufserlebnis noch ansprechender zu gestalten, beispielsweise für die Wiedererkennung des Besuchers.
Merkzettel
Statistik & Tracking
Endgeräteerkennung
Partnerprogramm
  • Menü schließen
Kategorien
  • Für Pferde
    • Mineralfutter b4a
    • Pferdefutter Basic
    • Pferdefutter Mash
    • Kräuter-Pesto
    • Kräuter und mehr
    • Kräuter-Pellets
    • dr.WEYRAUCH
    • Kristallkraft
    • PerNaturam
    • Naschwerk
    • Laboranalysen
    • Öle
    • Rohstoffe
    • Gutscheine
    • von A-Z
    • Quellennachweise
      • Elektrolyte bei Hitze
      • Rationsberechnung
      • Lymphsystem
      • Kolik
      • Hyaluron in der Pferdefütterung
      • Leberkräuter im Fellwechsel
      • Der Öl-Fehler in moderner Pferdehaltung
      • OPC und Algenöl
      • Selen im Mineralfutter – Quellenverzeichnis | Pferde CAMPUS
      • Blutbilder Folge 1
      • Grundbedürfnisse Teil 1
      • Grundbedüfnisse Teil 2
    • Vitalpilze
    • Mein Pferd hat:
  • Pferdewohl365
  • Pferde CAMPUS
  • Für Hunde
  • Bioresonanz
  • Therapeuten
  • Unsere Empfehlung
Informationen
  • B2B Login
  • Bonus-Punkte-Programm
  • Cookie-Einstellungen
  • Kontakt
  • AGB
  • Versand und Zahlungsbedingungen
  • Datenschutz
  • Datenschutzerklärung Klarna
  • Widerrufsrecht
  • Impressum

Dieses Quellenverzeichnis ist die wissenschaftliche Grundlage zum Pferde CAMPUS-Video „Selen im Mineralfutter – zu wenig, passend oder schon zu viel?“ von balance4animals – eine nach Themen geordnete Sammlung peer-reviewter Studien, veterinärmedizinischer Fachbücher und Referenzwerke für Pferdefreunde, die verstehen wollen, wie viel Selen ein Pferd im DACH-Raum wirklich braucht, wo Grundfutter und Mineralfutter unterschiedlich einzuordnen sind und wie sich Selenversorgung über direkte Blutwerte und funktionelle Marker gemeinsam beurteilen lässt. Alle Aussagen im Video sind hier belegt. Studien, die nicht direkt am Pferd oder nicht in Europa entstanden sind, sind ausdrücklich mit ⚠ markiert.

Autorin: Sabine Stamm, Mitgründerin von balance4animals. Über 15 Jahre Erfahrung, spezialisiert auf individuelle und artgerechte Pferdeernährung.

1. Selen-Bedarf beim Pferd – wie viel braucht ein Pferd täglich?

Ein 500-kg-Pferd im Erhaltungsbedarf braucht rund 1,1 mg Selen pro Tag. In besonderen Bedarfsphasen wie Trächtigkeit oder Laktation kann der Bedarf höher liegen. Die drei zentralen Referenzwerke – GfE 2014, NRC 2007, B1 Coenen/Vervuert 2020 – sind hier international konsistent.

  • Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) (2014). Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden. Energie- und Nährstoffbedarf landwirtschaftlicher Nutztiere Nr. 11. DLG-Verlag, Frankfurt am Main. ISBN 978-3-7690-0805-0. Verbindliches deutschsprachiges Referenzwerk zum Nährstoffbedarf beim Pferd.
  • ⚠ National Research Council (NRC) (2007). Nutrient Requirements of Horses. 6. überarbeitete Auflage. National Academies Press, Washington D.C. ISBN 978-0-309-10212-0. US-amerikanisches Standardwerk – nicht spezifisch europäische Region.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung. 6. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart. Kapitel 4.4.7 „Selen“.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (Hrsg., 2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders Elsevier. Anhangstabellen A1–A5 mit direktem Vergleich NRC 2007, GfE 2013 und ergänzenden Empfehlungen.
  • Remillard RL (Hrsg., 2022). Equine Clinical Nutrition. 2. Auflage. Wiley Blackwell. Diätetischer Bezug bei Muskel- und neuromuskulären Erkrankungen.

2. Selen im Boden und im Grundfutter – die Situation im DACH-Raum

Auf sauren, sandigen und moorigen Böden nehmen Pflanzen nur geringe Mengen Selen auf. Deshalb gilt Deutschland in der Fütterungslehre als Selenmangelgebiet. Eine peer-reviewte Feldstudie in Bayern fand als Bestwert 0,021 mg Selen pro kg Heu-Trockenmasse. Bei 8–10 kg Heu decken diese Bestwerte nur etwa 15–19 % des Tagesbedarfs eines 500-kg-Pferdes.

  • Kienzle E, Möllmann F (2009). Kalzium-, Phosphor- und Selengehalte von bayerischen Pferdeheuen. Tierärztliche Praxis Ausgabe G: Großtiere/Nutztiere 37(4):230–235. DOI: 10.1055/s-0038-1625436. Direkter Beleg der 0,021-mg-Bestwert-Zahl im Video. Feldstudie an 26 Pferdeheu-Proben aus Bayern; die meisten Proben lagen unter der Nachweisgrenze.
  • Müller K, Müller E, Klein B (2012). Ergebnisse von Blutuntersuchungen auf Selen bei Pferden in Europa aus den Jahren 2005–2010. Tierärztliche Praxis Ausgabe G: Großtiere/Nutztiere 40(3):157–166. PMID: 22688739. Auswertung von 137.152 Serumproben mit ausgeprägten Länder- und Regionalunterschieden.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung (6. Auflage). Kapitel 4.4.7 und Tab. 8.1 (S. 266): wörtlich „Deutschland gilt als Se-Mangelgebiet“. Direkter Beleg der Kernaussage im Video.

3. Selen im Mineralfutter – Deckungsgrad und Marktlage

Auf dem deutschsprachigen Markt liefern viele Pferde-Mineralfutter bereits relativ hohe Selenmengen. Eine deutsche Marktuntersuchung 2020 an Pferde-Mineralfuttern zeigte, dass bei 67,5 % der Produkte die vom Hersteller maximal empfohlene Tagesdosis den Erhaltungsbedarf eines 600-kg-Pferdes bereits deckte oder überschritt.

  • Langner K, Schade C, Wichert B, Mohn U (2020). Marktübersicht selenhaltiger Ergänzungs- und Mineralfuttermittel für Pferde. Tierärztliche Praxis Ausgabe G: Großtiere/Nutztiere 48(6):398–405. DOI: 10.1055/a-1274-9045. PMID: 33276410. Direkter Beleg der 67-%-Angabe im Video. Deutsche Marktuntersuchung.

4. Selen-Formen – Bioverfügbarkeit, Metabolismus und Selenoproteine

Anorganische Quellen (Natriumselenit, Natriumselenat) und organische Quellen (Selenhefe, Selenomethionin) tragen beide zur Selenversorgung bei. Organische Formen können zu einer höheren Retention im Blut und Muskelgewebe führen; ein konsistenter funktioneller Vorteil bei Glutathion-Peroxidase (GPx) oder klinischen Endpunkten lässt sich in der publizierten Pferdeliteratur jedoch nicht sicher belegen. Selen ist im Körper Bestandteil verschiedener Selenoproteine (u. a. GPx, Thioredoxin-Reduktasen, Selenoprotein P, Deiodinasen).

  • Podoll KL et al. (1992). Dietary selenate versus selenite for cattle, sheep, and horses. Journal of Animal Science 70(6):1965–1970. DOI: 10.2527/1992.7061965x. PMID: 1321804. Beim Pferd kein signifikanter Unterschied in Serum-Selen oder GPx zwischen Natriumselenat und Natriumselenit.
  • Richardson SM, Siciliano PD, Engle TE, Larson CK, Ward TL (2006). Effect of selenium supplementation and source on the selenium status of horses. Journal of Animal Science 84(7):1742–1748. DOI: 10.2527/jas.2005-413. PMID: 16775058. Anorganisch vs. Zink-L-Selenomethionin: tendenziell höheres Plasma-Selen unter organischer Quelle an Tag 28, an Tag 56 kein klarer Unterschied bei Muskel-Selen oder GPx.
  • Calamari L, Ferrari A, Bertin G (2009). Effect of selenium source and dose on selenium status of mature horses. Journal of Animal Science 87(1):167–178. DOI: 10.2527/jas.2007-0746. PMID: 18791154. Selenhefe steigerte Gesamt-Selen und Selenomethionin-Pool im Blut stärker als Natriumselenit; kein entsprechender Vorteil bei GPX-1.
  • Montgomery JB et al. (2012). Effects of selenium source on measures of selenium status and immune function in horses. Canadian Journal of Veterinary Research 76(4):281–291. PMID: 23543954. Höhere Plasma- und Erythrozyten-Selenwerte unter organischer Quelle; keine flächendeckende Immunfunktions-Überlegenheit gezeigt.
  • Shellow JS, Jackson SG, Baker JP, Cantor AH (1985). The influence of dietary selenium levels on blood levels of selenium and glutathione peroxidase activity in the horse. Journal of Animal Science 61(3):590–594. DOI: 10.2527/jas1985.613590x. PMID: 4066528. Natriumselenit steigert Blut-Selen, aber Plasma-GPx-Aktivität ändert sich nicht proportional. Klassischer Beleg des GPx-Sättigungsverhaltens.
  • Brummer M, Hayes S, Dawson KA, Lawrence LM (2013). Measures of antioxidant status of the horse in response to selenium depletion and repletion. Journal of Animal Science 91(5):2158–2168. DOI: 10.2527/jas.2012-5794. PMID: 23463557. Kontrollierte Depletion/Repletion mit Selenhefe vs. Natriumselenit über 385 Tage: GPx-Aktivität stieg mit beiden Quellen wieder an; keine generelle funktionelle Überlegenheit einer Form gezeigt.
  • Karren BJ, Thorson JF, Cavinder CA, Hammer CJ, Coverdale JA (2010). Effect of selenium supplementation and plane of nutrition on mares and their foals. Journal of Animal Science 88(3):991–997. DOI: 10.2527/jas.2008-1743. PMID: 19966163. Vergleich anorganischer vs. organischer Se-Quellen bei Stuten und Fohlen; höhere Blut-Se-Werte unter organischer Quelle, kein entsprechender Vorteil bei GPx.
  • White SH, Warren LK, Li C, Wohlgemuth SE (2017/2020). Effects of oral selenium supplementation on trained horses. Journal of Animal Science 98(7):skaa065 (korrigierte Fassung). DOI: 10.1093/jas/skaa065. PMID: 32692818. Höhere Se-Zufuhr im Trainingskontext ergibt keinen konsistenten Vorteil bei Trainingsanpassung oder Muskelschutz.
  • ⚠ Hachemi MA et al. (2023). Comparison of the selenium speciation in commercial selenized yeast products. Biological Trace Element Research 201(12):5839–5847. DOI: 10.1007/s12011-023-03633-z. Analyse von 13 kommerziellen Selenhefen: SeMet-Anteil zwischen 19,0 und 71,8 % des Gesamtselens – „Selenhefe“ ist keine einheitliche Selenverbindung.
  • ⚠ Wolffram S, Ardüser F, Scharrer E (1985). In vivo intestinal absorption of selenate and selenite by rats. Journal of Nutrition 115(4):454–459. DOI: 10.1093/jn/115.4.454. Mechanistische Grundlage: Selenat und Selenit werden intestinal unterschiedlich resorbiert – Rattendaten, für Pferd nicht direkt untersucht.
  • ⚠ Wolffram S, Berger B, Grenacher B, Scharrer E (1989). Transport of selenoamino acids and their sulfur analogues across the intestinal brush border membrane of pigs. Journal of Nutrition 119(5):706–712. DOI: 10.1093/jn/119.5.706. Methionin und Selenomethionin nutzen einen gemeinsamen natriumabhängigen Transportweg im Schweinejejunum – Schweinedaten.
  • ⚠ Arnér ESJ (2009). Focus on mammalian thioredoxin reductases – Important selenoproteins with versatile functions. Biochimica et Biophysica Acta 1790(6):495–526. DOI: 10.1016/j.bbagen.2009.01.014. Übersicht zu Thioredoxin-Reduktasen als selenabhängige Redoxenzyme – säugetierübergreifend.
  • ⚠ Burk RF, Hill KE (2015). Regulation of selenium metabolism and transport. Annual Review of Nutrition 35:109–134. DOI: 10.1146/annurev-nutr-071714-034250. Selenoprotein P und hierarchische Selenverteilung in peripheren Organen – humanmedizinisch.
  • ⚠ Köhrle J (2007). Selenium and the thyroid. Best Practice & Research Clinical Endocrinology & Metabolism 21(2):173–191. DOI: 10.1016/j.beem.2007.04.001. Iodothyronin-Deiodinasen als Selenoproteine, Selen-Iod-Achse – säugetierübergreifend.
  • ⚠ Thiry C, Ruttens A, Pussemier L, Schneider Y-J (2013). An in vitro investigation of species-dependent intestinal transport of selenium and the impact of this process on selenium bioavailability. British Journal of Nutrition 109(12):2126–2134. DOI: 10.1017/S0007114512004412. Caco-2-Modell (menschliche Darmzellen in vitro): SeMet stärker carrierabhängig, Selenit eher nicht-sättigbar.

5. Blutdiagnostik – direkter Selenwert und Glutathion-Peroxidase (GPx)

Vollblut-Selen bildet die längerfristige Versorgung besser ab als Serum oder Plasma, weil Selen dort auch in den Erythrozyten gebunden ist. Erythrozyten haben beim Pferd eine Halbwertszeit von etwa 148–155 Tagen. GPx ist ein funktioneller Marker – sie zeigt nicht die reine Selenmenge, sondern die Funktionsfähigkeit des selenabhängigen Enzymsystems. Bei gesättigtem System steigt GPx nicht proportional weiter mit – deshalb ist GPx allein kein Marker gegen Überversorgung. Direkter Selenwert plus GPx zusammen ergeben ein aussagekräftiges Bild.

  • Wolff C, Kollmann KE, Schoon H-A, Aupperle H (2017). Selenserumkonzentrationen und Referenzbereich adulter Warmblutpferde. Tierärztliche Praxis Ausgabe G: Großtiere/Nutztiere 45(6):362–369. DOI: 10.15653/TPG-170301. Direkter Beleg der 48-%-Angabe im Video. 1167 Proben von 528 klinisch gesunden adulten Warmblütern: 48 % lagen unter dem klassischen Referenzbereich von 100–200 µg/L. Vorgeschlagener angepasster Bereich 34–167 µg/L, praktisch orientiert 70–170 µg/L.
  • Carter RA, Jordan HE, Poole RR, Hendricks WK (1974). Half-life of erythrocytes and body weight of the horse. Canadian Journal of Comparative Medicine 38(3):303–313. PMID: 4277706. Direkt bei Pferden bestimmte Erythrozyten-Lebensdauer 148–155 Tage – erklärt die trägere Reaktion von Vollblut-Selen auf Fütterungsänderungen.
  • Shellow JS et al. (1985). Wie oben in Sektion 4 – klassischer Beleg des Sattelverhaltens der GPx.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung (6. Auflage). Tab. 8.2 (S. 268): Vollblut/GPx als Marker der langfristigen Versorgung; Serum/Plasma als Marker der aktuellen Versorgung.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (Hrsg., 2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. S. 219 und S. 433: „Whole blood GPx reflects long-term Se intake ... due to the lifespan of red blood cells“ – „Plasma Se responds very quickly to the removal of Se sources.“
  • Remillard RL (Hrsg., 2022). Equine Clinical Nutrition. S. 129: „Whole blood Se is a long-term indicator of Se intake“ und „Supplementation above the recommended intake may raise plasma, serum, or blood Se concentrations, but GSH-Px activity remains mostly unaffected.“ Direkter Beleg für das Sättigungsverhalten der GPx.

6. Selen-Toxizität und Sicherheitsgrenzen

Selen hat einen schmalen therapeutischen Bereich. Bei dauerhaft hoher Zufuhr sind toxische Effekte beschrieben – beim Pferd unter anderem Veränderungen an Mähne, Schweif und Hufhorn. Genau deshalb ist die Kombination mehrerer Selenquellen ohne Rationsrechnung nicht sinnvoll.

  • ⚠ Hadrup N, Ravn-Haren G (2023). Toxicity of repeated oral intake of organic selenium, inorganic selenium and selenium nanoparticles: A review. Journal of Trace Elements in Medicine and Biology 79:127235. DOI: 10.1016/j.jtemb.2023.127235. Toxikologische Übersichtsarbeit – sowohl organische als auch anorganische Selenverbindungen können bei chronisch hoher Zufuhr toxisch sein. Humanmedizinische Perspektive.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung (6. Auflage). Kap. 4.4.7 und Toxizitäts-Abschnitt: klassische Symptome chronischer Selenose beim Pferd – Haarverlust an Mähne und Schweif, Veränderungen der Hufkapsel (Ringbildung, Ausschuhen).
  • Remillard RL (Hrsg., 2022). Equine Clinical Nutrition. Tab. 8.2: klinische Symptome von Selen-Überversorgung beim Pferd.

7. Rechtliche Höchstgehalte und Zulassung der Selenquellen

Die zulässigen Selenquellen in der Tierernährung und ihre Höchstgehalte sind in EU-Verordnungen geregelt. Für Pferde relevant sind Natriumselenit, umhülltes und granuliertes Natriumselenit, Zink-L-Selenomethionin und inaktivierte Selenhefe-Zubereitungen – jeweils mit eigenen Zusatzstoff-Kennnummern (3b801 usw.).

  • Europäische Union (2019). Durchführungsverordnung (EU) 2019/49 der Kommission vom 4. Januar 2019 zur Zulassung von Natriumselenit, umhülltem und granuliertem Natriumselenit sowie Zink-L-Selenomethionin als Futtermittelzusatzstoffe für alle Tierarten. Amtsblatt L 10/2. Rechtsgrundlage für die Zusatzstoff-Kennnummern 3b801, 3b802 und 3b818.
  • Europäische Union (2019). Durchführungsverordnung (EU) 2019/804 zur Erneuerung der Zulassung inaktivierter Selenhefe-Zubereitungen (3b810 und 3b811) für alle Tierarten.
  • Europäische Union (2020). Durchführungsverordnung (EU) 2020/377 vom 5. März 2020 zur Zulassung von Natriumselenat als Futtermittelzusatzstoff für Wiederkäuer. Amtsblatt L 74. Regelt 3b803 – nicht für Pferde zugelassen.
  • Europäische Gemeinschaft (2003). Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. September 2003 über Zusatzstoffe zur Verwendung in der Tierernährung. Grundlage der Kennziffer-Systematik für Zusatzstoffe.
  • Europäische Gemeinschaft (2009). Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln (Futtermittel-Verkehrsverordnung, FMVV). Regelt in Art. 8 die zulässigen Höchstgehalte in Ergänzungsfuttermitteln.

Referenzwerke im Überblick

  • Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) (2014). Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden. DLG-Verlag. Deutsches Standardwerk zum Nährstoffbedarf.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung. 6. Auflage. Thieme Verlag. Deutsches Standardwerk der Pferdefütterung.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (Hrsg., 2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders Elsevier. Englisches Fachbuch für angewandte und klinische Pferdefütterung.
  • Remillard RL (Hrsg., 2022). Equine Clinical Nutrition. 2. Auflage. Wiley Blackwell. Diätetisches Referenzwerk.
  • ⚠ National Research Council (2007). Nutrient Requirements of Horses. 6. Auflage. National Academies Press. US-amerikanisches Standardwerk. DOI: 10.17226/11653.
  • Merck / MSD Veterinary Manual. Sektion „Selenium Deficiency in Animals“ und „Selenium Toxicosis in Animals“. Frei online: msdvetmanual.com. Anerkanntes veterinärmedizinisches Referenzwerk.
Dieses Quellenverzeichnis ist die wissenschaftliche Grundlage zum Pferde CAMPUS-Video „Selen im Mineralfutter – zu wenig, passend oder schon zu viel?“ von balance4animals – eine nach Themen... mehr erfahren »
Fenster schließen

Dieses Quellenverzeichnis ist die wissenschaftliche Grundlage zum Pferde CAMPUS-Video „Selen im Mineralfutter – zu wenig, passend oder schon zu viel?“ von balance4animals – eine nach Themen geordnete Sammlung peer-reviewter Studien, veterinärmedizinischer Fachbücher und Referenzwerke für Pferdefreunde, die verstehen wollen, wie viel Selen ein Pferd im DACH-Raum wirklich braucht, wo Grundfutter und Mineralfutter unterschiedlich einzuordnen sind und wie sich Selenversorgung über direkte Blutwerte und funktionelle Marker gemeinsam beurteilen lässt. Alle Aussagen im Video sind hier belegt. Studien, die nicht direkt am Pferd oder nicht in Europa entstanden sind, sind ausdrücklich mit ⚠ markiert.

Autorin: Sabine Stamm, Mitgründerin von balance4animals. Über 15 Jahre Erfahrung, spezialisiert auf individuelle und artgerechte Pferdeernährung.

1. Selen-Bedarf beim Pferd – wie viel braucht ein Pferd täglich?

Ein 500-kg-Pferd im Erhaltungsbedarf braucht rund 1,1 mg Selen pro Tag. In besonderen Bedarfsphasen wie Trächtigkeit oder Laktation kann der Bedarf höher liegen. Die drei zentralen Referenzwerke – GfE 2014, NRC 2007, B1 Coenen/Vervuert 2020 – sind hier international konsistent.

  • Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) (2014). Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden. Energie- und Nährstoffbedarf landwirtschaftlicher Nutztiere Nr. 11. DLG-Verlag, Frankfurt am Main. ISBN 978-3-7690-0805-0. Verbindliches deutschsprachiges Referenzwerk zum Nährstoffbedarf beim Pferd.
  • ⚠ National Research Council (NRC) (2007). Nutrient Requirements of Horses. 6. überarbeitete Auflage. National Academies Press, Washington D.C. ISBN 978-0-309-10212-0. US-amerikanisches Standardwerk – nicht spezifisch europäische Region.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung. 6. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart. Kapitel 4.4.7 „Selen“.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (Hrsg., 2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders Elsevier. Anhangstabellen A1–A5 mit direktem Vergleich NRC 2007, GfE 2013 und ergänzenden Empfehlungen.
  • Remillard RL (Hrsg., 2022). Equine Clinical Nutrition. 2. Auflage. Wiley Blackwell. Diätetischer Bezug bei Muskel- und neuromuskulären Erkrankungen.

2. Selen im Boden und im Grundfutter – die Situation im DACH-Raum

Auf sauren, sandigen und moorigen Böden nehmen Pflanzen nur geringe Mengen Selen auf. Deshalb gilt Deutschland in der Fütterungslehre als Selenmangelgebiet. Eine peer-reviewte Feldstudie in Bayern fand als Bestwert 0,021 mg Selen pro kg Heu-Trockenmasse. Bei 8–10 kg Heu decken diese Bestwerte nur etwa 15–19 % des Tagesbedarfs eines 500-kg-Pferdes.

  • Kienzle E, Möllmann F (2009). Kalzium-, Phosphor- und Selengehalte von bayerischen Pferdeheuen. Tierärztliche Praxis Ausgabe G: Großtiere/Nutztiere 37(4):230–235. DOI: 10.1055/s-0038-1625436. Direkter Beleg der 0,021-mg-Bestwert-Zahl im Video. Feldstudie an 26 Pferdeheu-Proben aus Bayern; die meisten Proben lagen unter der Nachweisgrenze.
  • Müller K, Müller E, Klein B (2012). Ergebnisse von Blutuntersuchungen auf Selen bei Pferden in Europa aus den Jahren 2005–2010. Tierärztliche Praxis Ausgabe G: Großtiere/Nutztiere 40(3):157–166. PMID: 22688739. Auswertung von 137.152 Serumproben mit ausgeprägten Länder- und Regionalunterschieden.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung (6. Auflage). Kapitel 4.4.7 und Tab. 8.1 (S. 266): wörtlich „Deutschland gilt als Se-Mangelgebiet“. Direkter Beleg der Kernaussage im Video.

3. Selen im Mineralfutter – Deckungsgrad und Marktlage

Auf dem deutschsprachigen Markt liefern viele Pferde-Mineralfutter bereits relativ hohe Selenmengen. Eine deutsche Marktuntersuchung 2020 an Pferde-Mineralfuttern zeigte, dass bei 67,5 % der Produkte die vom Hersteller maximal empfohlene Tagesdosis den Erhaltungsbedarf eines 600-kg-Pferdes bereits deckte oder überschritt.

  • Langner K, Schade C, Wichert B, Mohn U (2020). Marktübersicht selenhaltiger Ergänzungs- und Mineralfuttermittel für Pferde. Tierärztliche Praxis Ausgabe G: Großtiere/Nutztiere 48(6):398–405. DOI: 10.1055/a-1274-9045. PMID: 33276410. Direkter Beleg der 67-%-Angabe im Video. Deutsche Marktuntersuchung.

4. Selen-Formen – Bioverfügbarkeit, Metabolismus und Selenoproteine

Anorganische Quellen (Natriumselenit, Natriumselenat) und organische Quellen (Selenhefe, Selenomethionin) tragen beide zur Selenversorgung bei. Organische Formen können zu einer höheren Retention im Blut und Muskelgewebe führen; ein konsistenter funktioneller Vorteil bei Glutathion-Peroxidase (GPx) oder klinischen Endpunkten lässt sich in der publizierten Pferdeliteratur jedoch nicht sicher belegen. Selen ist im Körper Bestandteil verschiedener Selenoproteine (u. a. GPx, Thioredoxin-Reduktasen, Selenoprotein P, Deiodinasen).

  • Podoll KL et al. (1992). Dietary selenate versus selenite for cattle, sheep, and horses. Journal of Animal Science 70(6):1965–1970. DOI: 10.2527/1992.7061965x. PMID: 1321804. Beim Pferd kein signifikanter Unterschied in Serum-Selen oder GPx zwischen Natriumselenat und Natriumselenit.
  • Richardson SM, Siciliano PD, Engle TE, Larson CK, Ward TL (2006). Effect of selenium supplementation and source on the selenium status of horses. Journal of Animal Science 84(7):1742–1748. DOI: 10.2527/jas.2005-413. PMID: 16775058. Anorganisch vs. Zink-L-Selenomethionin: tendenziell höheres Plasma-Selen unter organischer Quelle an Tag 28, an Tag 56 kein klarer Unterschied bei Muskel-Selen oder GPx.
  • Calamari L, Ferrari A, Bertin G (2009). Effect of selenium source and dose on selenium status of mature horses. Journal of Animal Science 87(1):167–178. DOI: 10.2527/jas.2007-0746. PMID: 18791154. Selenhefe steigerte Gesamt-Selen und Selenomethionin-Pool im Blut stärker als Natriumselenit; kein entsprechender Vorteil bei GPX-1.
  • Montgomery JB et al. (2012). Effects of selenium source on measures of selenium status and immune function in horses. Canadian Journal of Veterinary Research 76(4):281–291. PMID: 23543954. Höhere Plasma- und Erythrozyten-Selenwerte unter organischer Quelle; keine flächendeckende Immunfunktions-Überlegenheit gezeigt.
  • Shellow JS, Jackson SG, Baker JP, Cantor AH (1985). The influence of dietary selenium levels on blood levels of selenium and glutathione peroxidase activity in the horse. Journal of Animal Science 61(3):590–594. DOI: 10.2527/jas1985.613590x. PMID: 4066528. Natriumselenit steigert Blut-Selen, aber Plasma-GPx-Aktivität ändert sich nicht proportional. Klassischer Beleg des GPx-Sättigungsverhaltens.
  • Brummer M, Hayes S, Dawson KA, Lawrence LM (2013). Measures of antioxidant status of the horse in response to selenium depletion and repletion. Journal of Animal Science 91(5):2158–2168. DOI: 10.2527/jas.2012-5794. PMID: 23463557. Kontrollierte Depletion/Repletion mit Selenhefe vs. Natriumselenit über 385 Tage: GPx-Aktivität stieg mit beiden Quellen wieder an; keine generelle funktionelle Überlegenheit einer Form gezeigt.
  • Karren BJ, Thorson JF, Cavinder CA, Hammer CJ, Coverdale JA (2010). Effect of selenium supplementation and plane of nutrition on mares and their foals. Journal of Animal Science 88(3):991–997. DOI: 10.2527/jas.2008-1743. PMID: 19966163. Vergleich anorganischer vs. organischer Se-Quellen bei Stuten und Fohlen; höhere Blut-Se-Werte unter organischer Quelle, kein entsprechender Vorteil bei GPx.
  • White SH, Warren LK, Li C, Wohlgemuth SE (2017/2020). Effects of oral selenium supplementation on trained horses. Journal of Animal Science 98(7):skaa065 (korrigierte Fassung). DOI: 10.1093/jas/skaa065. PMID: 32692818. Höhere Se-Zufuhr im Trainingskontext ergibt keinen konsistenten Vorteil bei Trainingsanpassung oder Muskelschutz.
  • ⚠ Hachemi MA et al. (2023). Comparison of the selenium speciation in commercial selenized yeast products. Biological Trace Element Research 201(12):5839–5847. DOI: 10.1007/s12011-023-03633-z. Analyse von 13 kommerziellen Selenhefen: SeMet-Anteil zwischen 19,0 und 71,8 % des Gesamtselens – „Selenhefe“ ist keine einheitliche Selenverbindung.
  • ⚠ Wolffram S, Ardüser F, Scharrer E (1985). In vivo intestinal absorption of selenate and selenite by rats. Journal of Nutrition 115(4):454–459. DOI: 10.1093/jn/115.4.454. Mechanistische Grundlage: Selenat und Selenit werden intestinal unterschiedlich resorbiert – Rattendaten, für Pferd nicht direkt untersucht.
  • ⚠ Wolffram S, Berger B, Grenacher B, Scharrer E (1989). Transport of selenoamino acids and their sulfur analogues across the intestinal brush border membrane of pigs. Journal of Nutrition 119(5):706–712. DOI: 10.1093/jn/119.5.706. Methionin und Selenomethionin nutzen einen gemeinsamen natriumabhängigen Transportweg im Schweinejejunum – Schweinedaten.
  • ⚠ Arnér ESJ (2009). Focus on mammalian thioredoxin reductases – Important selenoproteins with versatile functions. Biochimica et Biophysica Acta 1790(6):495–526. DOI: 10.1016/j.bbagen.2009.01.014. Übersicht zu Thioredoxin-Reduktasen als selenabhängige Redoxenzyme – säugetierübergreifend.
  • ⚠ Burk RF, Hill KE (2015). Regulation of selenium metabolism and transport. Annual Review of Nutrition 35:109–134. DOI: 10.1146/annurev-nutr-071714-034250. Selenoprotein P und hierarchische Selenverteilung in peripheren Organen – humanmedizinisch.
  • ⚠ Köhrle J (2007). Selenium and the thyroid. Best Practice & Research Clinical Endocrinology & Metabolism 21(2):173–191. DOI: 10.1016/j.beem.2007.04.001. Iodothyronin-Deiodinasen als Selenoproteine, Selen-Iod-Achse – säugetierübergreifend.
  • ⚠ Thiry C, Ruttens A, Pussemier L, Schneider Y-J (2013). An in vitro investigation of species-dependent intestinal transport of selenium and the impact of this process on selenium bioavailability. British Journal of Nutrition 109(12):2126–2134. DOI: 10.1017/S0007114512004412. Caco-2-Modell (menschliche Darmzellen in vitro): SeMet stärker carrierabhängig, Selenit eher nicht-sättigbar.

5. Blutdiagnostik – direkter Selenwert und Glutathion-Peroxidase (GPx)

Vollblut-Selen bildet die längerfristige Versorgung besser ab als Serum oder Plasma, weil Selen dort auch in den Erythrozyten gebunden ist. Erythrozyten haben beim Pferd eine Halbwertszeit von etwa 148–155 Tagen. GPx ist ein funktioneller Marker – sie zeigt nicht die reine Selenmenge, sondern die Funktionsfähigkeit des selenabhängigen Enzymsystems. Bei gesättigtem System steigt GPx nicht proportional weiter mit – deshalb ist GPx allein kein Marker gegen Überversorgung. Direkter Selenwert plus GPx zusammen ergeben ein aussagekräftiges Bild.

  • Wolff C, Kollmann KE, Schoon H-A, Aupperle H (2017). Selenserumkonzentrationen und Referenzbereich adulter Warmblutpferde. Tierärztliche Praxis Ausgabe G: Großtiere/Nutztiere 45(6):362–369. DOI: 10.15653/TPG-170301. Direkter Beleg der 48-%-Angabe im Video. 1167 Proben von 528 klinisch gesunden adulten Warmblütern: 48 % lagen unter dem klassischen Referenzbereich von 100–200 µg/L. Vorgeschlagener angepasster Bereich 34–167 µg/L, praktisch orientiert 70–170 µg/L.
  • Carter RA, Jordan HE, Poole RR, Hendricks WK (1974). Half-life of erythrocytes and body weight of the horse. Canadian Journal of Comparative Medicine 38(3):303–313. PMID: 4277706. Direkt bei Pferden bestimmte Erythrozyten-Lebensdauer 148–155 Tage – erklärt die trägere Reaktion von Vollblut-Selen auf Fütterungsänderungen.
  • Shellow JS et al. (1985). Wie oben in Sektion 4 – klassischer Beleg des Sattelverhaltens der GPx.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung (6. Auflage). Tab. 8.2 (S. 268): Vollblut/GPx als Marker der langfristigen Versorgung; Serum/Plasma als Marker der aktuellen Versorgung.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (Hrsg., 2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. S. 219 und S. 433: „Whole blood GPx reflects long-term Se intake ... due to the lifespan of red blood cells“ – „Plasma Se responds very quickly to the removal of Se sources.“
  • Remillard RL (Hrsg., 2022). Equine Clinical Nutrition. S. 129: „Whole blood Se is a long-term indicator of Se intake“ und „Supplementation above the recommended intake may raise plasma, serum, or blood Se concentrations, but GSH-Px activity remains mostly unaffected.“ Direkter Beleg für das Sättigungsverhalten der GPx.

6. Selen-Toxizität und Sicherheitsgrenzen

Selen hat einen schmalen therapeutischen Bereich. Bei dauerhaft hoher Zufuhr sind toxische Effekte beschrieben – beim Pferd unter anderem Veränderungen an Mähne, Schweif und Hufhorn. Genau deshalb ist die Kombination mehrerer Selenquellen ohne Rationsrechnung nicht sinnvoll.

  • ⚠ Hadrup N, Ravn-Haren G (2023). Toxicity of repeated oral intake of organic selenium, inorganic selenium and selenium nanoparticles: A review. Journal of Trace Elements in Medicine and Biology 79:127235. DOI: 10.1016/j.jtemb.2023.127235. Toxikologische Übersichtsarbeit – sowohl organische als auch anorganische Selenverbindungen können bei chronisch hoher Zufuhr toxisch sein. Humanmedizinische Perspektive.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung (6. Auflage). Kap. 4.4.7 und Toxizitäts-Abschnitt: klassische Symptome chronischer Selenose beim Pferd – Haarverlust an Mähne und Schweif, Veränderungen der Hufkapsel (Ringbildung, Ausschuhen).
  • Remillard RL (Hrsg., 2022). Equine Clinical Nutrition. Tab. 8.2: klinische Symptome von Selen-Überversorgung beim Pferd.

7. Rechtliche Höchstgehalte und Zulassung der Selenquellen

Die zulässigen Selenquellen in der Tierernährung und ihre Höchstgehalte sind in EU-Verordnungen geregelt. Für Pferde relevant sind Natriumselenit, umhülltes und granuliertes Natriumselenit, Zink-L-Selenomethionin und inaktivierte Selenhefe-Zubereitungen – jeweils mit eigenen Zusatzstoff-Kennnummern (3b801 usw.).

  • Europäische Union (2019). Durchführungsverordnung (EU) 2019/49 der Kommission vom 4. Januar 2019 zur Zulassung von Natriumselenit, umhülltem und granuliertem Natriumselenit sowie Zink-L-Selenomethionin als Futtermittelzusatzstoffe für alle Tierarten. Amtsblatt L 10/2. Rechtsgrundlage für die Zusatzstoff-Kennnummern 3b801, 3b802 und 3b818.
  • Europäische Union (2019). Durchführungsverordnung (EU) 2019/804 zur Erneuerung der Zulassung inaktivierter Selenhefe-Zubereitungen (3b810 und 3b811) für alle Tierarten.
  • Europäische Union (2020). Durchführungsverordnung (EU) 2020/377 vom 5. März 2020 zur Zulassung von Natriumselenat als Futtermittelzusatzstoff für Wiederkäuer. Amtsblatt L 74. Regelt 3b803 – nicht für Pferde zugelassen.
  • Europäische Gemeinschaft (2003). Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. September 2003 über Zusatzstoffe zur Verwendung in der Tierernährung. Grundlage der Kennziffer-Systematik für Zusatzstoffe.
  • Europäische Gemeinschaft (2009). Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln (Futtermittel-Verkehrsverordnung, FMVV). Regelt in Art. 8 die zulässigen Höchstgehalte in Ergänzungsfuttermitteln.

Referenzwerke im Überblick

  • Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) (2014). Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden. DLG-Verlag. Deutsches Standardwerk zum Nährstoffbedarf.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung. 6. Auflage. Thieme Verlag. Deutsches Standardwerk der Pferdefütterung.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (Hrsg., 2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders Elsevier. Englisches Fachbuch für angewandte und klinische Pferdefütterung.
  • Remillard RL (Hrsg., 2022). Equine Clinical Nutrition. 2. Auflage. Wiley Blackwell. Diätetisches Referenzwerk.
  • ⚠ National Research Council (2007). Nutrient Requirements of Horses. 6. Auflage. National Academies Press. US-amerikanisches Standardwerk. DOI: 10.17226/11653.
  • Merck / MSD Veterinary Manual. Sektion „Selenium Deficiency in Animals“ und „Selenium Toxicosis in Animals“. Frei online: msdvetmanual.com. Anerkanntes veterinärmedizinisches Referenzwerk.
Filter schließen
Für die Filterung wurden keine Ergebnisse gefunden!
Zuletzt angesehen
Futterberatung

Sie benötigen Hilfe bei der Auswahl?

Tel.: 0179-2400483

Mo. - Fr. von 9:00 Uhr - 13:00 Uhr

Nach dem Kauf

Sie haben Fragen zu Ihrer Bestellung oder zum Versand?

Tel.: 0163-72 75 781
Mo. - Do. von 7:30 Uhr - 15:00 Uhr
Fr. von 7:30 Uhr - 13:00 Uhr

Informationen
  • B2B Login
  • Bonus-Punkte-Programm
  • Cookie-Einstellungen
  • Kontakt
  • AGB
  • Versand und Zahlungsbedingungen
  • Datenschutz
  • Datenschutzerklärung Klarna
  • Widerrufsrecht
  • Impressum
Unsere Zahlarten
Vorkasse VorkassePaypalSofortüberweisung
EpsAmerican ExpressBarzahlung bei Abholung
VisaMastercardMaestro
Kauf auf RechnungLastschriftKlarna Ratenkauf
Social

* Alle Preise inkl. gesetzl. Mehrwertsteuer zzgl. Versandkosten, wenn nicht anders beschrieben.

  • B2B Login
  • Bonus-Punkte-Programm
  • Cookie-Einstellungen
  • Kontakt
  • AGB
  • Versand und Zahlungsbedingungen
  • Datenschutz
  • Datenschutzerklärung Klarna
  • Widerrufsrecht
  • Impressum
Widerruf erklären

Copyright © balance4animals - Alle Rechte vorbehalten

Realisierung durch Shopventures.de
Diese Website benutzt Cookies, die für den technischen Betrieb der Website erforderlich sind und stets gesetzt werden. Andere Cookies, die den Komfort bei Benutzung dieser Website erhöhen, der Direktwerbung dienen oder die Interaktion mit anderen Websites und sozialen Netzwerken vereinfachen sollen, werden nur mit Ihrer Zustimmung gesetzt. Mehr Informationen
Ablehnen Alle akzeptieren Konfigurieren