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Dieses Quellenverzeichnis ist die wissenschaftliche Grundlage zum Pferde CAMPUS-Video „Kolik beim Pferd – Auslöser, Vorbeugung und Warnzeichen im Sommer“ von
balance4animals – eine nach Themen geordnete Sammlung peer-reviewter Studien, veterinärmedizinischer Fachbücher und Referenzwerke für Pferdefreunde, die verstehen wollen, warum das Pferd anatomisch koliksensibel ist und was in der Fütterung sicher vorbeugt. Alle Aussagen im Video sind hier belegt.

Autorin: Sabine Stamm, Mitgründerin von balance4animals. Über 15 Jahre Erfahrung, spezialisiert auf individuelle und artgerechte Pferdeernährung.

1. Verdauungsphysiologie und Koliksensibilität des Pferdes

Der Pferdemagen ist mit acht bis fünfzehn Litern relativ klein und hat eine Besonderheit: Das Pferd kann nicht erbrechen. Gleichzeitig produziert der Magen Säure durchgehend – auch wenn er leer ist. Auf den Magen folgen Dünndarm (40–50 L), Blinddarm (33 L) und der große Dickdarm (80 L) – mit der Beckenflexur als anatomische Engstelle, an der sich Darminhalt am ehesten staut.

  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung. 6. Auflage. Thieme. Kap. 3 (Anatomie): Magenvolumen, blind-sackartige Vorderabteilung, Beckenflexur als Passage-Engstelle. Deutsches Standardwerk der Pferdefütterung.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders/Elsevier. Kap. 1 (Merritt/Julliand): Das Pferd als „hind gut fermenter", Speichelproduktion 35–40 L/Tag mit pH 8,6–9,1 als Magenpuffer.
  • Remillard R (2023). Equine Clinical Nutrition. 2. Aufl. Wiley-Blackwell. Kap. 3: Magenvolumen 8–15 L beim 500-kg-Pferd; kontinuierliche HCl-Sekretion auch im leeren Magen; Beckenflexur und Colon transversum als Verstopfungs-Prädilektionsstellen.

2. Kolik-Typen aus Fütterungssicht

Kolik ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Symptomkomplex – Bauchschmerz mit unterschiedlichsten Ursachen. Aus Fütterungssicht sind Krampfkolik, Gaskolik, Verstopfungskolik und Sandkolik am relevantesten.

  • Remillard R (2023). Kap. 26.5.1: „Colic in horses represents a multitude of different disease processes resulting in abdominal pain. ... stretching of the intestine and/or mesentery causes colic signs, although alternative causes include muscular spasm, mural thickening, intraluminal obstruction, gaseous distension, or entrapment and strangulation." Grundlage der Vier-Typen-Einteilung.
  • Curtis et al. (2019). Risk factors for acute abdominal pain in the adult horse: a scoping review. Veterinary Record. Systematische Auswertung von 22 Risikofaktor-Kategorien – Managementwechsel als robustestes Signal.

3. Sommer-Auslöser: Wassermangel, Anweiden, Sand, Heuqualität

Bei Hitze steigt der Wasserbedarf deutlich; unzureichende Wasseraufnahme ist der erste erkennbare Kolik-Trigger. Weidewechsel und Anweiden brauchen zwei bis drei Wochen für die Anpassung der Darmflora. Abgefressene Sommerweiden begünstigen die Sand-Aufnahme, warme Ballen fördern Schimmelbildung.

  • Remillard R (2023). Kap. 5 (Wasser): „The first noticeable effect of inadequate water intake is increased episodes of colic." Zentrale Kernaussage zum Sommer-Trinkverhalten.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Kap. 4 (Wasserbestand im GIT): Trockener Darminhalt als „nachhaltiges Kolikrisiko". Kap. 8 (Weide-Umstellung): Abrupter Wechsel Stall → Weide „kann zu Verdauungsstörungen, wässrigen Durchfällen, Tympanien und Koliken führen".
  • Remillard R (2023). Kap. 26.5.1.2: „Where dietary changes were associated with an increased incidence of colic, the hazard appears to subside after about 2 wks suggesting dietary adaptation." Beleg für die Zwei-Wochen-Regel bei Weidewechsel.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Kap. 8: „Auch die Fütterung vom Boden kann zu einer erheblichen Sand- bzw. Erdaufnahme führen. Ebenso kann eine knappe Raufutterzufuhr eine vermehrte Sandaufnahme verursachen. Nach der Aufnahme größerer Mengen an Sand können Koliken, Durchfälle oder freies Kotwasser ausgelöst werden."
  • Remillard R (2023). Kap. 26.5.2.1.2: „Sand ingestion is well known as an inflammatory factor in the intestines that can produce diarrhea." Beleg für Sandenteropathie als Ursache.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Kap. 8: „Die Schwitzphase dauert bei nicht zu früh geerntetem [...] Heu [...] etwa 6–8 Wochen. Solange die Fermentation im Heu nicht abgeschlossen ist, darf es nicht verfüttert werden, da der erhöhte Keimgehalt schwere Verdauungsstörungen und Koliken verursachen kann." Und: „Schimmelpilzbefallenes Heu kann bei Pferden Verdauungsstörungen, Koliken, Allergien und bei tragenden Stuten Aborte auslösen."
  • Der Mythos „kaltes Wasser nach der Arbeit verursacht Kolik" ist in B1/B3/B4 als eigenständiger Kolik-Auslöser nicht belegt – im Video wird das transparent so eingeordnet. Belegt ist nur: verminderte Wasseraufnahme bei Kälte erhöht das Verstopfungsrisiko (Remillard 2023, Kap. 5).

4. Prävention durch Fütterung

Raufaser ist die Basis, Fresspausen bleiben unter vier Stunden, Kraftfutter wird mengenmäßig begrenzt und aufgeteilt, Weidewechsel schrittweise über 10–14 Tage. Öl als Kolik-Vorbeuge ist ein Mythos ohne Evidenz.

  • Remillard R (2023). Kap. 26.5.1.3: „An important basic principle for feeding colic-prone horses is to maintain the stability of the microbiome, avoid abrupt dietary changes, and provide water. ... ensuring at least 1 % DM as forage/BW/d. ... providing forage for at least 20 hrs/d." Zentrale Präventions-Aussage.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Kap. 5: „Die Basis jeder Ration ist bei Pferden immer das kaufähige Raufutter [...] 1,5 kg TS/100 kg KM je Tag." Und Kap. 5: „Maximale Aufnahme von 0,3 kg/100 kg KM pro Mahlzeit für Mischfutter oder Getreide (oder 1 g Stärke/kg KM pro Mahlzeit)."
  • Remillard R (2023). Kap. 3.3.1: „The current recommendation is that long periods of fasting (>4 hrs) should be avoided if possible, and a horse should be fed frequent meals (4 to 6/d) or have free access to forage to prevent equine gastric ulcer syndrome (EGUS)."
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (2013). Kap. 23: „Ideally horses will not be left for more than 2–3 hours without forage or feed." B3 ist noch strenger als der b4a-Standard von max. 4 h.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (2013). Kap. 23, Tab. 23-2: Mahlzeitengröße bei verschiedenen Stärkegehalten – bei 40 % Stärke = 1,25 kg Futter für 1 g Stärke/kg Körpergewicht. Grundlage der Hafer-Umrechnung im Video.
  • Remillard R (2023). Kap. 26.5.1.2.1: „A significant increase in the risk of colic was seen when >2.5 kg concentrate DM was fed daily [...] and the risk was not mitigated by dividing the ration into multiple meals/d." Beleg: Aufteilen ersetzt nicht Mengenreduktion.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (2013). Kap. 23: „The daily feeding of vegetable oil has been wrongly perceived as having the ability to 'flush' or 'lubricate' the gut, thereby preventing impaction or sand colic. ... There is no evidence that feeding vegetable oil will 'lubricate' the gut or reduce colic risk." Wörtlicher Beleg des Öl-Mythos.
  • Remillard R (2023). Kap. 26.5.1.3.2: „When introducing pasture grazing to a colic-prone horse, time on pasture should be initially limited [...] and gradually increased over 2–3 wks." Zusammen mit dem b4a-Fachartikel „Herausforderungen Weidezeit Pferde Mitteleuropa" ergibt sich das Praxis-Protokoll: 10–14 Tage, Tag 1 max. 20 Min., jeden zweiten Tag +15 Min.

5. Warnzeichen und Verhalten bis der Tierarzt kommt

Die Reihenfolge der Kolik-Warnzeichen – von Futterverweigerung über Unruhe und Flehmen bis zum Wälzen – ist in der klinischen Fachliteratur systematisch belegt. Ein wichtiger Unterschied: Beim Wohlfühl-Wälzen schüttelt sich das Pferd anschließend, beim Kolik-Wälzen nicht.

  • Remillard R (2023). Kap. 22.5.3 (Colic): „The first sign of colic is anorexia. ... a horse not eating hay while herd mates are eating is a good reason to investigate further. The next sign is restlessness and turning to look at the belly or Flehmen (lip curl). The horse may kick at the abdomen ... Finally, the horse will throw himself down and roll." Wörtlicher Beleg der Warnzeichen-Reihenfolge im Video.
  • Remillard R (2023). Kap. 22.7.1: „When a horse arises after rolling, a partial or whole body shake ... is normal and indicates the roll was a comfort behavior. ... Rolling is particularly common when a horse has colic pain but then is unlikely to shake after rising." Beleg für die Wälzen-Schütteln-Unterscheidung.
  • Büttner et al. (2021). Evaluierung prognostischer Indikatoren bei Kolikpatienten. Retrospektive Kohortenstudie. Wichtige prognostische Marker: Kolikdauer > 6 h, Alter > 20 Jahre, hohe Herz- und Atemfrequenz, hohes Blutlaktat.

6. Wetterumschwung und Kräuter-Prophylaxe

Die Beobachtung, dass kolikempfindliche Pferde bei Wetterumschwüngen und schwülwarmem Wetter häufiger Verdauungsprobleme entwickeln, kommt aus der veterinärmedizinischen Praxis. Ein direkter epidemiologischer Beleg in peer-reviewten Studien fehlt bislang – im Video wird das transparent so eingeordnet. Für die Kräuter Weißdorn und Anis-Fenchel-Kümmel gibt es traditionelle Anwendung und phytotherapeutische Belege.

  • Reichling J, Gachnian-Mirtscheva R, Frater-Schröder M, et al. Heilpflanzen für die Veterinärpraxis. Standardwerk zur Phytotherapie beim Tier. Karminative Wirkung der drei Doldenblütler Anis, Fenchel und Kümmel ist gut dokumentiert.
  • Pittler & Ernst. Hawthorn extract for treating chronic heart failure. Cochrane Database of Systematic Reviews. Peer-reviewter Beleg zur Wirkung von Crataegus-Extrakten auf Herz-Kreislauf-Symptomatik beim Menschen. Übertragbarkeit auf das Pferd im Kolik-Kontext ist nicht spezifisch untersucht.

Referenzwerke im Überblick

  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung. 6. Auflage. Thieme. Deutsches Standardwerk der wissenschaftlichen Pferdefütterung.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders/Elsevier. Internationales wissenschaftliches Referenzwerk.
  • Remillard R (2023). Equine Clinical Nutrition. 2. Auflage. Wiley-Blackwell. Klinische Pferdeernährung, mit ausführlichem Kolik-Kapitel.
  • National Research Council (2007). Nutrient Requirements of Horses. National Academies Press, Washington DC.
  • Merck Veterinary Manual / MSD Veterinary Manual. Internationales Standard-Nachschlagewerk der Veterinärmedizin. Frei verfügbar: msdvetmanual.com

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Dieses Quellenverzeichnis ist die wissenschaftliche Grundlage zum Pferde CAMPUS-Video „Kolik beim Pferd – Auslöser, Vorbeugung und Warnzeichen im Sommer“ von balance4animals – eine nach... mehr erfahren »
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Dieses Quellenverzeichnis ist die wissenschaftliche Grundlage zum Pferde CAMPUS-Video „Kolik beim Pferd – Auslöser, Vorbeugung und Warnzeichen im Sommer“ von
balance4animals – eine nach Themen geordnete Sammlung peer-reviewter Studien, veterinärmedizinischer Fachbücher und Referenzwerke für Pferdefreunde, die verstehen wollen, warum das Pferd anatomisch koliksensibel ist und was in der Fütterung sicher vorbeugt. Alle Aussagen im Video sind hier belegt.

Autorin: Sabine Stamm, Mitgründerin von balance4animals. Über 15 Jahre Erfahrung, spezialisiert auf individuelle und artgerechte Pferdeernährung.

1. Verdauungsphysiologie und Koliksensibilität des Pferdes

Der Pferdemagen ist mit acht bis fünfzehn Litern relativ klein und hat eine Besonderheit: Das Pferd kann nicht erbrechen. Gleichzeitig produziert der Magen Säure durchgehend – auch wenn er leer ist. Auf den Magen folgen Dünndarm (40–50 L), Blinddarm (33 L) und der große Dickdarm (80 L) – mit der Beckenflexur als anatomische Engstelle, an der sich Darminhalt am ehesten staut.

  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung. 6. Auflage. Thieme. Kap. 3 (Anatomie): Magenvolumen, blind-sackartige Vorderabteilung, Beckenflexur als Passage-Engstelle. Deutsches Standardwerk der Pferdefütterung.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders/Elsevier. Kap. 1 (Merritt/Julliand): Das Pferd als „hind gut fermenter", Speichelproduktion 35–40 L/Tag mit pH 8,6–9,1 als Magenpuffer.
  • Remillard R (2023). Equine Clinical Nutrition. 2. Aufl. Wiley-Blackwell. Kap. 3: Magenvolumen 8–15 L beim 500-kg-Pferd; kontinuierliche HCl-Sekretion auch im leeren Magen; Beckenflexur und Colon transversum als Verstopfungs-Prädilektionsstellen.

2. Kolik-Typen aus Fütterungssicht

Kolik ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Symptomkomplex – Bauchschmerz mit unterschiedlichsten Ursachen. Aus Fütterungssicht sind Krampfkolik, Gaskolik, Verstopfungskolik und Sandkolik am relevantesten.

  • Remillard R (2023). Kap. 26.5.1: „Colic in horses represents a multitude of different disease processes resulting in abdominal pain. ... stretching of the intestine and/or mesentery causes colic signs, although alternative causes include muscular spasm, mural thickening, intraluminal obstruction, gaseous distension, or entrapment and strangulation." Grundlage der Vier-Typen-Einteilung.
  • Curtis et al. (2019). Risk factors for acute abdominal pain in the adult horse: a scoping review. Veterinary Record. Systematische Auswertung von 22 Risikofaktor-Kategorien – Managementwechsel als robustestes Signal.

3. Sommer-Auslöser: Wassermangel, Anweiden, Sand, Heuqualität

Bei Hitze steigt der Wasserbedarf deutlich; unzureichende Wasseraufnahme ist der erste erkennbare Kolik-Trigger. Weidewechsel und Anweiden brauchen zwei bis drei Wochen für die Anpassung der Darmflora. Abgefressene Sommerweiden begünstigen die Sand-Aufnahme, warme Ballen fördern Schimmelbildung.

  • Remillard R (2023). Kap. 5 (Wasser): „The first noticeable effect of inadequate water intake is increased episodes of colic." Zentrale Kernaussage zum Sommer-Trinkverhalten.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Kap. 4 (Wasserbestand im GIT): Trockener Darminhalt als „nachhaltiges Kolikrisiko". Kap. 8 (Weide-Umstellung): Abrupter Wechsel Stall → Weide „kann zu Verdauungsstörungen, wässrigen Durchfällen, Tympanien und Koliken führen".
  • Remillard R (2023). Kap. 26.5.1.2: „Where dietary changes were associated with an increased incidence of colic, the hazard appears to subside after about 2 wks suggesting dietary adaptation." Beleg für die Zwei-Wochen-Regel bei Weidewechsel.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Kap. 8: „Auch die Fütterung vom Boden kann zu einer erheblichen Sand- bzw. Erdaufnahme führen. Ebenso kann eine knappe Raufutterzufuhr eine vermehrte Sandaufnahme verursachen. Nach der Aufnahme größerer Mengen an Sand können Koliken, Durchfälle oder freies Kotwasser ausgelöst werden."
  • Remillard R (2023). Kap. 26.5.2.1.2: „Sand ingestion is well known as an inflammatory factor in the intestines that can produce diarrhea." Beleg für Sandenteropathie als Ursache.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Kap. 8: „Die Schwitzphase dauert bei nicht zu früh geerntetem [...] Heu [...] etwa 6–8 Wochen. Solange die Fermentation im Heu nicht abgeschlossen ist, darf es nicht verfüttert werden, da der erhöhte Keimgehalt schwere Verdauungsstörungen und Koliken verursachen kann." Und: „Schimmelpilzbefallenes Heu kann bei Pferden Verdauungsstörungen, Koliken, Allergien und bei tragenden Stuten Aborte auslösen."
  • Der Mythos „kaltes Wasser nach der Arbeit verursacht Kolik" ist in B1/B3/B4 als eigenständiger Kolik-Auslöser nicht belegt – im Video wird das transparent so eingeordnet. Belegt ist nur: verminderte Wasseraufnahme bei Kälte erhöht das Verstopfungsrisiko (Remillard 2023, Kap. 5).

4. Prävention durch Fütterung

Raufaser ist die Basis, Fresspausen bleiben unter vier Stunden, Kraftfutter wird mengenmäßig begrenzt und aufgeteilt, Weidewechsel schrittweise über 10–14 Tage. Öl als Kolik-Vorbeuge ist ein Mythos ohne Evidenz.

  • Remillard R (2023). Kap. 26.5.1.3: „An important basic principle for feeding colic-prone horses is to maintain the stability of the microbiome, avoid abrupt dietary changes, and provide water. ... ensuring at least 1 % DM as forage/BW/d. ... providing forage for at least 20 hrs/d." Zentrale Präventions-Aussage.
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Kap. 5: „Die Basis jeder Ration ist bei Pferden immer das kaufähige Raufutter [...] 1,5 kg TS/100 kg KM je Tag." Und Kap. 5: „Maximale Aufnahme von 0,3 kg/100 kg KM pro Mahlzeit für Mischfutter oder Getreide (oder 1 g Stärke/kg KM pro Mahlzeit)."
  • Remillard R (2023). Kap. 3.3.1: „The current recommendation is that long periods of fasting (>4 hrs) should be avoided if possible, and a horse should be fed frequent meals (4 to 6/d) or have free access to forage to prevent equine gastric ulcer syndrome (EGUS)."
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (2013). Kap. 23: „Ideally horses will not be left for more than 2–3 hours without forage or feed." B3 ist noch strenger als der b4a-Standard von max. 4 h.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (2013). Kap. 23, Tab. 23-2: Mahlzeitengröße bei verschiedenen Stärkegehalten – bei 40 % Stärke = 1,25 kg Futter für 1 g Stärke/kg Körpergewicht. Grundlage der Hafer-Umrechnung im Video.
  • Remillard R (2023). Kap. 26.5.1.2.1: „A significant increase in the risk of colic was seen when >2.5 kg concentrate DM was fed daily [...] and the risk was not mitigated by dividing the ration into multiple meals/d." Beleg: Aufteilen ersetzt nicht Mengenreduktion.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (2013). Kap. 23: „The daily feeding of vegetable oil has been wrongly perceived as having the ability to 'flush' or 'lubricate' the gut, thereby preventing impaction or sand colic. ... There is no evidence that feeding vegetable oil will 'lubricate' the gut or reduce colic risk." Wörtlicher Beleg des Öl-Mythos.
  • Remillard R (2023). Kap. 26.5.1.3.2: „When introducing pasture grazing to a colic-prone horse, time on pasture should be initially limited [...] and gradually increased over 2–3 wks." Zusammen mit dem b4a-Fachartikel „Herausforderungen Weidezeit Pferde Mitteleuropa" ergibt sich das Praxis-Protokoll: 10–14 Tage, Tag 1 max. 20 Min., jeden zweiten Tag +15 Min.

5. Warnzeichen und Verhalten bis der Tierarzt kommt

Die Reihenfolge der Kolik-Warnzeichen – von Futterverweigerung über Unruhe und Flehmen bis zum Wälzen – ist in der klinischen Fachliteratur systematisch belegt. Ein wichtiger Unterschied: Beim Wohlfühl-Wälzen schüttelt sich das Pferd anschließend, beim Kolik-Wälzen nicht.

  • Remillard R (2023). Kap. 22.5.3 (Colic): „The first sign of colic is anorexia. ... a horse not eating hay while herd mates are eating is a good reason to investigate further. The next sign is restlessness and turning to look at the belly or Flehmen (lip curl). The horse may kick at the abdomen ... Finally, the horse will throw himself down and roll." Wörtlicher Beleg der Warnzeichen-Reihenfolge im Video.
  • Remillard R (2023). Kap. 22.7.1: „When a horse arises after rolling, a partial or whole body shake ... is normal and indicates the roll was a comfort behavior. ... Rolling is particularly common when a horse has colic pain but then is unlikely to shake after rising." Beleg für die Wälzen-Schütteln-Unterscheidung.
  • Büttner et al. (2021). Evaluierung prognostischer Indikatoren bei Kolikpatienten. Retrospektive Kohortenstudie. Wichtige prognostische Marker: Kolikdauer > 6 h, Alter > 20 Jahre, hohe Herz- und Atemfrequenz, hohes Blutlaktat.

6. Wetterumschwung und Kräuter-Prophylaxe

Die Beobachtung, dass kolikempfindliche Pferde bei Wetterumschwüngen und schwülwarmem Wetter häufiger Verdauungsprobleme entwickeln, kommt aus der veterinärmedizinischen Praxis. Ein direkter epidemiologischer Beleg in peer-reviewten Studien fehlt bislang – im Video wird das transparent so eingeordnet. Für die Kräuter Weißdorn und Anis-Fenchel-Kümmel gibt es traditionelle Anwendung und phytotherapeutische Belege.

  • Reichling J, Gachnian-Mirtscheva R, Frater-Schröder M, et al. Heilpflanzen für die Veterinärpraxis. Standardwerk zur Phytotherapie beim Tier. Karminative Wirkung der drei Doldenblütler Anis, Fenchel und Kümmel ist gut dokumentiert.
  • Pittler & Ernst. Hawthorn extract for treating chronic heart failure. Cochrane Database of Systematic Reviews. Peer-reviewter Beleg zur Wirkung von Crataegus-Extrakten auf Herz-Kreislauf-Symptomatik beim Menschen. Übertragbarkeit auf das Pferd im Kolik-Kontext ist nicht spezifisch untersucht.

Referenzwerke im Überblick

  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung. 6. Auflage. Thieme. Deutsches Standardwerk der wissenschaftlichen Pferdefütterung.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders/Elsevier. Internationales wissenschaftliches Referenzwerk.
  • Remillard R (2023). Equine Clinical Nutrition. 2. Auflage. Wiley-Blackwell. Klinische Pferdeernährung, mit ausführlichem Kolik-Kapitel.
  • National Research Council (2007). Nutrient Requirements of Horses. National Academies Press, Washington DC.
  • Merck Veterinary Manual / MSD Veterinary Manual. Internationales Standard-Nachschlagewerk der Veterinärmedizin. Frei verfügbar: msdvetmanual.com

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