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Dieses Quellenverzeichnis ist die wissenschaftliche Grundlage zum Pferde CAMPUS-Video „Der Öl-Fehler in moderner Pferdehaltung – was viele Halter übersehen" von balance4animals – eine nach Themen geordnete Sammlung peer-reviewter Studien, veterinärmedizinischer Fachbücher und Referenzwerke für Pferdefreunde, die verstehen wollen, was in der modernen Ration mit dem Fettsäurehaushalt passiert, warum Leinöl beim Pferd nicht das liefert, was viele erwarten, und wo die ehrliche wissenschaftliche Einordnung für EPA, DHA und marine Ölquellen wirklich steht. Alle Aussagen im Video sind hier belegt. Studien an anderen Spezies als dem Pferd sind ausdrücklich mit ⚠ markiert.

Autorin: Sabine Stamm, Inhaberin und Mitgründerin von balance4animals. Über 15 Jahre Erfahrung, spezialisiert auf orthomolekulare Zusatzfütterung und individuelle Rationsberatung für Pferde in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz.

1. Fettsäurehaushalt in moderner Pferdehaltung – Heu, Weide, Kraftfutter

Pferde sind belegt Grasfresser mit breiter Vegetationsphasen-Toleranz (Burnik Sturm et al. 2016, Vanselow 2020). Was in modernen Rationen sinkt, ist die absolute Fett- und damit Omega-3-Menge – nicht das Verhältnis im Heu.

  • Burnik Sturm M, Ganbaatar O, Voigt CC, Kaczensky P (2016). Sequential stable isotope analysis reveals differences in dietary history of three sympatric equid species in the Mongolian Gobi. Journal of Applied Ecology. DOI: 10.1111/1365-2664.12825. Direkter equiner Beleg: Isotopen-Analyse bestätigt Pferde als Grasfresser über alle Vegetationsphasen.
  • Vanselow KH (2020). Pferd und Grasland. Vorwort und S. 348: „Pferde sind Grasfresser. Gräser bilden ihre Futtergrundlage, ergänzt in geringerem Umfang durch Kräuter und Gehölze." Europäische Pferde stammen laut Vanselow aus der Fraßsavanne, nicht aus der Steppe.
  • ⚠ Krusinski L et al. (2022). Attention to the Details: How Variations in U.S. Grass-Fed Cattle-Feed Supplementation and Finishing Reduction Impact Fatty Acid Profiles. Animals 12(23):3334. DOI: 10.3390/ani12233334. Vergleich Omega-3-Gehalt in frischem Gras vs. Heu; belegt: nicht das Verhältnis sinkt dramatisch, sondern die absolute Menge.
  • ⚠ Ineichen S et al. (2022). Fatty Acid Profile of Sward, Hay, and Silage. Frontiers in Veterinary Science 9. Dokumentiert Fettsäureprofile in Weidegras und konserviertem Raufutter.
  • ⚠ Glasser F et al. (2013). Long-chain fatty acid metabolism in dairy cows. Animal Feed Science and Technology 179(1–4):1–24. Referenz für ALA-Verluste bei Konservierung von Grünfutter.

2. Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis beim Pferd – was ist wissenschaftlich belegt?

Beim Pferd existiert kein validierter Zielwert für das Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis. Auch klassische Human-Empfehlungen („3:1", „5:1") sind nicht auf das Pferd übertragbar.

  • Burron S et al. (2024). The balancing act of dietary omega-6 to omega-3 fatty acids in equine nutrition – A review. Journal of Equine Veterinary Science (in press). Aktuellster Übersichtsartikel: bestätigt, dass beim Pferd kein validiertes Ideal-Verhältnis existiert.
  • National Research Council (2007). Nutrient Requirements of Horses. 6th Revised Edition. National Academies Press. Legt Mindestbedarf für Linolsäure fest, aber keinen Bedarfswert für ALA, EPA oder DHA und kein ideales Verhältnis.
  • ⚠ Simopoulos AP (2002). The importance of the ratio of omega-6/omega-3 essential fatty acids. Biomedicine & Pharmacotherapy 56(8):365–379. Klassische Human-Referenz zum Verhältnis-Konzept – ausdrücklich als Human-Datengrundlage, nicht auf das Pferd übertragbar.

3. Leinöl beim Pferd – ALA-Umwandlung, EPA- und DHA-Blutwerte

Die Umwandlungsrate ALA→EPA/DHA ist beim Pferd nicht gemessen. In publizierten Pferdestudien hebt Leinöl den DHA-Wert im Blut adulter Pferde nicht signifikant. Marine Quellen tun das.

  • Hess TM, Ross-Jones TN (2014). Omega-3 fatty acid supplementation in horses. Revista Brasileira de Zootecnia 43(12):677–683. Übersicht über EPA/DHA-Blutwerte bei Pferden unter verschiedenen Ölquellen.
  • O'Neill W et al. (2002). The effect of dietary fish oil supplementation on the fatty acid profile of horses. Journal of Equine Veterinary Science 22(11):482–486. Dokumentiert Anstieg von EPA und DHA im Blut nach Fischöl-Fütterung.
  • Vineyard KR et al. (2010). Comparison of omega-3 fatty acid source on plasma and red blood cell fatty acid composition in horses. Journal of Equine Veterinary Science 30(2):107. Vergleich Leinsamen vs. marine Quelle in Erythrozyten und Plasma.
  • Remillard RL et al. (in Geor RJ, Harris PA, Coenen M, Hrsg., 2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders Elsevier. Fachbuch-Zitat: „The conversion rate of dietary ALA to EPA or DHA, by the liver in the horse is not known but is known to be less than 10 % in other species including people."
  • ⚠ Brenna JT (2002). Efficiency of conversion of alpha-linolenic acid to long chain n-3 fatty acids in man. Current Opinion in Clinical Nutrition and Metabolic Care 5(2):127–132. Human-Referenz zur ALA→EPA/DHA-Umwandlungsrate; explizit als Human-Datengrundlage, beim Pferd nicht direkt übertragbar.

4. Direkt verfügbare EPA und DHA – Bioverfügbarkeit aus Fisch- und Algenöl beim Pferd

Direkt verfügbare EPA und DHA aus marinen Quellen werden beim Pferd nachweislich in Zellmembranen eingebaut – nach wenigen Wochen messbar, nach etwa vier Monaten voll.

  • Brennan KM et al. (2015). DHA supplementation from algal oil in horses. Journal of Equine Veterinary Science 35(9):733–740. Anstieg von DHA im Plasma und in Erythrozytenmembranen beim Pferd nach Algenöl-Supplementierung.
  • Pagan JD et al. (2022). Long-chain omega-3 polyunsaturated fatty acids from marine sources influence the fatty acid composition of equine tissue. Journal of Equine Veterinary Science 110:103862. Dokumentiert Gewebe-Einbau von EPA und DHA.
  • Jacobs RD et al. (2018). Docosahexaenoic acid supplementation in horses: Effects on plasma fatty acid profiles and thromboxane B2 production. Journal of Equine Veterinary Science 62:73–78. Algen-DHA-Fütterung erhöht DHA-Anteil im Plasma dosisabhängig.
  • Elzinga SE et al. (2019). Effects of docosahexaenoic acid-rich microalgae supplementation on metabolic and inflammatory parameters in horses with equine metabolic syndrome. Journal of Equine Veterinary Science 83:102811. EMS-Pilotstudie: liefert Hinweis auf reduzierte Insulin-Antwort im Zuckertest, ausdrücklich kein Wirknachweis.

5. EPA vs. DHA beim Pferd – was ist zur Rolle im Entzündungsgeschehen belegt?

Im Humanbereich sind die entzündungsregulierenden Effekte von EPA gut untersucht. Für das Pferd fehlen direkte Interventionsstudien, die einen EPA-Vorrang gegenüber DHA belegen. Der Mechanismus ist Säugetier-übergreifend plausibel, die klinische Bestätigung am Pferd steht noch aus.

  • Nogradi N et al. (2015). Omega-3 fatty acid supplementation provides an additional benefit to a low-dust diet in the management of horses with chronic lower airway inflammatory disease. Journal of Veterinary Internal Medicine 29(1):299–306. DOI: 10.1111/jvim.12488. Kern-Studie zum „Nogradi-Paradoxon": Die niedrigste getestete Dosis (~1,5–3 g DHA/Tag) war klinisch am wirksamsten; eine Verdopplung brachte keinen Zusatznutzen.
  • Pagan JD et al. (2022). Effect of a fish-oil supplement on gastric ulceration in horses. Journal of Equine Veterinary Science (Abstract). Früherer Hinweis auf einen EPA-Vorteil beim Magen – durch die methodisch strengere Nachfolge-Studie (Louie 2023) nicht bestätigt.
  • Louie AP et al. (2023). Effects of a marine-derived omega-3 fatty acid supplement on the gastric ulcer score in exercising horses. Journal of Equine Veterinary Science. Verblindet, placebokontrolliert, Crossover – kein Schutz vor Magenulzera nachgewiesen. Widerlegt die frühere Pagan-2022-Erzählung.
  • Olave CJ et al. (2022). Resolvin metabolites in horses: analytical determination and lack of RvE1 detection in equine plasma. Veterinary Immunology and Immunopathology 253:110493. Einziger equiner Messversuch zu Resolvinen: Resolvin E1 lag unter der Nachweisgrenze. Der aus Human-Studien bekannte Resolvin-Weg ist beim Pferd bisher nicht klinisch bestätigt.
  • ⚠ Vecchio AJ et al. (2012). Structural basis of fatty acid substrate binding to cyclooxygenase-2. Journal of Biological Chemistry 287(30):24619–24630. Strukturbiologische Grundlage: das oft zitierte Kettenlängen-Argument („COX bevorzugt C20") ist so nicht haltbar.

6. Omega-3 bei Stoffwechsel-Themen (PSSM, EMS, PPID/Cushing) – was ist bisher untersucht?

Bei PSSM, EMS und Cushing gibt es beim Pferd bislang kaum solide Interventionsstudien zu Omega-3. Zusätzlich existieren Widersprüche in den Fachbüchern selbst.

  • Elzinga SE et al. (2019). Siehe Sektion 4 – einzige EMS-Pilotstudie zu DHA-Algenöl: Hinweis, kein Wirknachweis.
  • Kellon EM, Gustafson KM (2020). Applied physiology of equine pituitary pars intermedia dysfunction. The Veterinary Journal 264:105536. PPID-Übersicht: keine spezifischen Omega-3-Interventionsstudien dokumentiert.
  • Adams AA et al. (2009). Effect of body condition, body weight and adiposity on inflammatory cytokine responses in old horses. Veterinary Immunology and Immunopathology 127(3–4):286–294. Dokumentiert das TNF-α/IL-10-Verhältnis-Muster in verschiedenen Alters- und PPID-Gruppen; widerspricht der pauschalen Erzählung „PPID = chronische systemische Entzündung".
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung (6. Auflage). Enke Verlag. Deutsches Standardwerk; empfiehlt bei PSSM ausdrücklich Omega-3, ohne Studienbeleg. Die parallele Empfehlung von Mais- und Sonnenblumenöl ist mit dieser Omega-3-Empfehlung im Widerspruch.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (Hrsg., 2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders Elsevier. Englisches Standardwerk; benennt für PSSM ausdrücklich, dass das Fettsäureprofil nicht evaluiert ist, und für insulinresistente Pferde: „A comparison of fat-added vs. non-fat added diets in horses that have been diagnosed as insulin resistant/hyperinsulinemic has not been published."

7. Praktische Fütterungs-Grundlagen und Sicherheit bei Öl-Einführung

Öl ist ein energiedichtes Futter. Bei Pferden mit Stoffwechselthemen (EMS, PSSM, Cushing) oder Übergewicht sollte eine Öl-Einführung langsam erfolgen und die Gesamt-Energiebilanz im Blick behalten werden.

  • National Research Council (2007). Siehe Sektion 2 – Grundlagenwerk zur Bedarfsberechnung, auch für Energiedichte und Fett-Anteile in der Ration.
  • MSD Veterinary Manual – Nutrition: Horses. Frei online: msdvetmanual.com/horse-owners/nutrition-horses. Frei zugängliches Referenzwerk zur pferdegerechten Fütterung.

Referenzwerke im Überblick

  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung. 6. Auflage. Enke Verlag. Deutsches Standardwerk der Pferdefütterung.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (Hrsg., 2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders Elsevier. Englisches Fachbuch für angewandte und klinische Pferdefütterung.
  • Remillard RL et al. in Geor et al. (2013). Kapitel zu Lipiden und Fettsäuren in Equine Applied and Clinical Nutrition.
  • National Research Council (2007). Nutrient Requirements of Horses. 6th Revised Edition. National Academies Press. DOI: 10.17226/11653.
  • Vanselow KH (2020). Pferd und Grasland. Ecoland-Verlag. Referenzwerk zu Pferden als Grasfresser und moderner Grasland-Ökologie.
  • Merck / MSD Veterinary Manual. Frei verfügbar: msdvetmanual.com. Anerkanntes veterinärmedizinisches Referenzwerk.
Dieses Quellenverzeichnis ist die wissenschaftliche Grundlage zum Pferde CAMPUS-Video „Der Öl-Fehler in moderner Pferdehaltung – was viele Halter übersehen" von balance4animals – eine nach... mehr erfahren »
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Dieses Quellenverzeichnis ist die wissenschaftliche Grundlage zum Pferde CAMPUS-Video „Der Öl-Fehler in moderner Pferdehaltung – was viele Halter übersehen" von balance4animals – eine nach Themen geordnete Sammlung peer-reviewter Studien, veterinärmedizinischer Fachbücher und Referenzwerke für Pferdefreunde, die verstehen wollen, was in der modernen Ration mit dem Fettsäurehaushalt passiert, warum Leinöl beim Pferd nicht das liefert, was viele erwarten, und wo die ehrliche wissenschaftliche Einordnung für EPA, DHA und marine Ölquellen wirklich steht. Alle Aussagen im Video sind hier belegt. Studien an anderen Spezies als dem Pferd sind ausdrücklich mit ⚠ markiert.

Autorin: Sabine Stamm, Inhaberin und Mitgründerin von balance4animals. Über 15 Jahre Erfahrung, spezialisiert auf orthomolekulare Zusatzfütterung und individuelle Rationsberatung für Pferde in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz.

1. Fettsäurehaushalt in moderner Pferdehaltung – Heu, Weide, Kraftfutter

Pferde sind belegt Grasfresser mit breiter Vegetationsphasen-Toleranz (Burnik Sturm et al. 2016, Vanselow 2020). Was in modernen Rationen sinkt, ist die absolute Fett- und damit Omega-3-Menge – nicht das Verhältnis im Heu.

  • Burnik Sturm M, Ganbaatar O, Voigt CC, Kaczensky P (2016). Sequential stable isotope analysis reveals differences in dietary history of three sympatric equid species in the Mongolian Gobi. Journal of Applied Ecology. DOI: 10.1111/1365-2664.12825. Direkter equiner Beleg: Isotopen-Analyse bestätigt Pferde als Grasfresser über alle Vegetationsphasen.
  • Vanselow KH (2020). Pferd und Grasland. Vorwort und S. 348: „Pferde sind Grasfresser. Gräser bilden ihre Futtergrundlage, ergänzt in geringerem Umfang durch Kräuter und Gehölze." Europäische Pferde stammen laut Vanselow aus der Fraßsavanne, nicht aus der Steppe.
  • ⚠ Krusinski L et al. (2022). Attention to the Details: How Variations in U.S. Grass-Fed Cattle-Feed Supplementation and Finishing Reduction Impact Fatty Acid Profiles. Animals 12(23):3334. DOI: 10.3390/ani12233334. Vergleich Omega-3-Gehalt in frischem Gras vs. Heu; belegt: nicht das Verhältnis sinkt dramatisch, sondern die absolute Menge.
  • ⚠ Ineichen S et al. (2022). Fatty Acid Profile of Sward, Hay, and Silage. Frontiers in Veterinary Science 9. Dokumentiert Fettsäureprofile in Weidegras und konserviertem Raufutter.
  • ⚠ Glasser F et al. (2013). Long-chain fatty acid metabolism in dairy cows. Animal Feed Science and Technology 179(1–4):1–24. Referenz für ALA-Verluste bei Konservierung von Grünfutter.

2. Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis beim Pferd – was ist wissenschaftlich belegt?

Beim Pferd existiert kein validierter Zielwert für das Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis. Auch klassische Human-Empfehlungen („3:1", „5:1") sind nicht auf das Pferd übertragbar.

  • Burron S et al. (2024). The balancing act of dietary omega-6 to omega-3 fatty acids in equine nutrition – A review. Journal of Equine Veterinary Science (in press). Aktuellster Übersichtsartikel: bestätigt, dass beim Pferd kein validiertes Ideal-Verhältnis existiert.
  • National Research Council (2007). Nutrient Requirements of Horses. 6th Revised Edition. National Academies Press. Legt Mindestbedarf für Linolsäure fest, aber keinen Bedarfswert für ALA, EPA oder DHA und kein ideales Verhältnis.
  • ⚠ Simopoulos AP (2002). The importance of the ratio of omega-6/omega-3 essential fatty acids. Biomedicine & Pharmacotherapy 56(8):365–379. Klassische Human-Referenz zum Verhältnis-Konzept – ausdrücklich als Human-Datengrundlage, nicht auf das Pferd übertragbar.

3. Leinöl beim Pferd – ALA-Umwandlung, EPA- und DHA-Blutwerte

Die Umwandlungsrate ALA→EPA/DHA ist beim Pferd nicht gemessen. In publizierten Pferdestudien hebt Leinöl den DHA-Wert im Blut adulter Pferde nicht signifikant. Marine Quellen tun das.

  • Hess TM, Ross-Jones TN (2014). Omega-3 fatty acid supplementation in horses. Revista Brasileira de Zootecnia 43(12):677–683. Übersicht über EPA/DHA-Blutwerte bei Pferden unter verschiedenen Ölquellen.
  • O'Neill W et al. (2002). The effect of dietary fish oil supplementation on the fatty acid profile of horses. Journal of Equine Veterinary Science 22(11):482–486. Dokumentiert Anstieg von EPA und DHA im Blut nach Fischöl-Fütterung.
  • Vineyard KR et al. (2010). Comparison of omega-3 fatty acid source on plasma and red blood cell fatty acid composition in horses. Journal of Equine Veterinary Science 30(2):107. Vergleich Leinsamen vs. marine Quelle in Erythrozyten und Plasma.
  • Remillard RL et al. (in Geor RJ, Harris PA, Coenen M, Hrsg., 2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders Elsevier. Fachbuch-Zitat: „The conversion rate of dietary ALA to EPA or DHA, by the liver in the horse is not known but is known to be less than 10 % in other species including people."
  • ⚠ Brenna JT (2002). Efficiency of conversion of alpha-linolenic acid to long chain n-3 fatty acids in man. Current Opinion in Clinical Nutrition and Metabolic Care 5(2):127–132. Human-Referenz zur ALA→EPA/DHA-Umwandlungsrate; explizit als Human-Datengrundlage, beim Pferd nicht direkt übertragbar.

4. Direkt verfügbare EPA und DHA – Bioverfügbarkeit aus Fisch- und Algenöl beim Pferd

Direkt verfügbare EPA und DHA aus marinen Quellen werden beim Pferd nachweislich in Zellmembranen eingebaut – nach wenigen Wochen messbar, nach etwa vier Monaten voll.

  • Brennan KM et al. (2015). DHA supplementation from algal oil in horses. Journal of Equine Veterinary Science 35(9):733–740. Anstieg von DHA im Plasma und in Erythrozytenmembranen beim Pferd nach Algenöl-Supplementierung.
  • Pagan JD et al. (2022). Long-chain omega-3 polyunsaturated fatty acids from marine sources influence the fatty acid composition of equine tissue. Journal of Equine Veterinary Science 110:103862. Dokumentiert Gewebe-Einbau von EPA und DHA.
  • Jacobs RD et al. (2018). Docosahexaenoic acid supplementation in horses: Effects on plasma fatty acid profiles and thromboxane B2 production. Journal of Equine Veterinary Science 62:73–78. Algen-DHA-Fütterung erhöht DHA-Anteil im Plasma dosisabhängig.
  • Elzinga SE et al. (2019). Effects of docosahexaenoic acid-rich microalgae supplementation on metabolic and inflammatory parameters in horses with equine metabolic syndrome. Journal of Equine Veterinary Science 83:102811. EMS-Pilotstudie: liefert Hinweis auf reduzierte Insulin-Antwort im Zuckertest, ausdrücklich kein Wirknachweis.

5. EPA vs. DHA beim Pferd – was ist zur Rolle im Entzündungsgeschehen belegt?

Im Humanbereich sind die entzündungsregulierenden Effekte von EPA gut untersucht. Für das Pferd fehlen direkte Interventionsstudien, die einen EPA-Vorrang gegenüber DHA belegen. Der Mechanismus ist Säugetier-übergreifend plausibel, die klinische Bestätigung am Pferd steht noch aus.

  • Nogradi N et al. (2015). Omega-3 fatty acid supplementation provides an additional benefit to a low-dust diet in the management of horses with chronic lower airway inflammatory disease. Journal of Veterinary Internal Medicine 29(1):299–306. DOI: 10.1111/jvim.12488. Kern-Studie zum „Nogradi-Paradoxon": Die niedrigste getestete Dosis (~1,5–3 g DHA/Tag) war klinisch am wirksamsten; eine Verdopplung brachte keinen Zusatznutzen.
  • Pagan JD et al. (2022). Effect of a fish-oil supplement on gastric ulceration in horses. Journal of Equine Veterinary Science (Abstract). Früherer Hinweis auf einen EPA-Vorteil beim Magen – durch die methodisch strengere Nachfolge-Studie (Louie 2023) nicht bestätigt.
  • Louie AP et al. (2023). Effects of a marine-derived omega-3 fatty acid supplement on the gastric ulcer score in exercising horses. Journal of Equine Veterinary Science. Verblindet, placebokontrolliert, Crossover – kein Schutz vor Magenulzera nachgewiesen. Widerlegt die frühere Pagan-2022-Erzählung.
  • Olave CJ et al. (2022). Resolvin metabolites in horses: analytical determination and lack of RvE1 detection in equine plasma. Veterinary Immunology and Immunopathology 253:110493. Einziger equiner Messversuch zu Resolvinen: Resolvin E1 lag unter der Nachweisgrenze. Der aus Human-Studien bekannte Resolvin-Weg ist beim Pferd bisher nicht klinisch bestätigt.
  • ⚠ Vecchio AJ et al. (2012). Structural basis of fatty acid substrate binding to cyclooxygenase-2. Journal of Biological Chemistry 287(30):24619–24630. Strukturbiologische Grundlage: das oft zitierte Kettenlängen-Argument („COX bevorzugt C20") ist so nicht haltbar.

6. Omega-3 bei Stoffwechsel-Themen (PSSM, EMS, PPID/Cushing) – was ist bisher untersucht?

Bei PSSM, EMS und Cushing gibt es beim Pferd bislang kaum solide Interventionsstudien zu Omega-3. Zusätzlich existieren Widersprüche in den Fachbüchern selbst.

  • Elzinga SE et al. (2019). Siehe Sektion 4 – einzige EMS-Pilotstudie zu DHA-Algenöl: Hinweis, kein Wirknachweis.
  • Kellon EM, Gustafson KM (2020). Applied physiology of equine pituitary pars intermedia dysfunction. The Veterinary Journal 264:105536. PPID-Übersicht: keine spezifischen Omega-3-Interventionsstudien dokumentiert.
  • Adams AA et al. (2009). Effect of body condition, body weight and adiposity on inflammatory cytokine responses in old horses. Veterinary Immunology and Immunopathology 127(3–4):286–294. Dokumentiert das TNF-α/IL-10-Verhältnis-Muster in verschiedenen Alters- und PPID-Gruppen; widerspricht der pauschalen Erzählung „PPID = chronische systemische Entzündung".
  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung (6. Auflage). Enke Verlag. Deutsches Standardwerk; empfiehlt bei PSSM ausdrücklich Omega-3, ohne Studienbeleg. Die parallele Empfehlung von Mais- und Sonnenblumenöl ist mit dieser Omega-3-Empfehlung im Widerspruch.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (Hrsg., 2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders Elsevier. Englisches Standardwerk; benennt für PSSM ausdrücklich, dass das Fettsäureprofil nicht evaluiert ist, und für insulinresistente Pferde: „A comparison of fat-added vs. non-fat added diets in horses that have been diagnosed as insulin resistant/hyperinsulinemic has not been published."

7. Praktische Fütterungs-Grundlagen und Sicherheit bei Öl-Einführung

Öl ist ein energiedichtes Futter. Bei Pferden mit Stoffwechselthemen (EMS, PSSM, Cushing) oder Übergewicht sollte eine Öl-Einführung langsam erfolgen und die Gesamt-Energiebilanz im Blick behalten werden.

  • National Research Council (2007). Siehe Sektion 2 – Grundlagenwerk zur Bedarfsberechnung, auch für Energiedichte und Fett-Anteile in der Ration.
  • MSD Veterinary Manual – Nutrition: Horses. Frei online: msdvetmanual.com/horse-owners/nutrition-horses. Frei zugängliches Referenzwerk zur pferdegerechten Fütterung.

Referenzwerke im Überblick

  • Coenen M, Vervuert I (2020). Pferdefütterung. 6. Auflage. Enke Verlag. Deutsches Standardwerk der Pferdefütterung.
  • Geor RJ, Harris PA, Coenen M (Hrsg., 2013). Equine Applied and Clinical Nutrition. Saunders Elsevier. Englisches Fachbuch für angewandte und klinische Pferdefütterung.
  • Remillard RL et al. in Geor et al. (2013). Kapitel zu Lipiden und Fettsäuren in Equine Applied and Clinical Nutrition.
  • National Research Council (2007). Nutrient Requirements of Horses. 6th Revised Edition. National Academies Press. DOI: 10.17226/11653.
  • Vanselow KH (2020). Pferd und Grasland. Ecoland-Verlag. Referenzwerk zu Pferden als Grasfresser und moderner Grasland-Ökologie.
  • Merck / MSD Veterinary Manual. Frei verfügbar: msdvetmanual.com. Anerkanntes veterinärmedizinisches Referenzwerk.
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